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Der Caprivi-Streifen (die Kavango und Zambezi Regionen) – Namibias faszinierende grüne Seite

  • Grosse Tierherden (Büffel, Elefanten, Hippos)

  • Faszinierende Wasserwelten und Wälder mit grossen Bäumen

  • Ländliches Afrika

  • Wunderschöne, wenig besuchte Nationalparks mit grandioser Tierwelt (Elefanten, Büffel, Rappen- und Pferdeantilopen, Lechwe-Antilopen, Krokodile, Hippos, etc etc)

Namibia Karte - Spitzkoppe und Erongo

Namibias “Okavango Delta”

Die meisten kennen Namibia als Wüstenland.

Aber Namibia hat eine grüne Seite, die noch ziemlich unbekannt ist: den Caprivi Streifen ganz oben im Nordosten.

Hier erlebt man ein Afrika, wie man es sich vorstellt:

Grosse Elefanten- und Büffelherden, Nilpferde, viel Grün, hohe Bäume und fliessende Flüsse.

Der Caprivi Streifen (oder Zipfel) in Namibia ähnelt dem berühmten Okavango Delta in Botswana sehr. Es gibt hier zwar kein Delta, aber die völlig unregulierten, frei fliessenden Flüsse treten in guten Regenjahren über ihre Ufer und schaffen paradiesische Wasserwelten fast wie im Okavango Delta.

Nur ist es in Namibia einfacher und günstiger diesen Traum von Afrika auf einer Rundreise zu erleben.

In diesem Artikel erfahren Sie,

  • warum fliessende Flüsse in Namibia etwas Besonderes sind
  • was es mit dem Namen Caprivi-Streifen auf sich hat
  • Willkommen in Afrika – warum Sie bisher gar nicht in Afrika waren
  • welche Kulturen es im Nordosten gibt
  • welche Nationalparks im Caprivi Streifen gibt und welche Tierbeobachtunen Sie dort machen können
  • welche Arten von Unterkünften und Aktivitäten es gibt
  • was die beste Reisezeit ist

Fliessende Flüsse und dreimal mehr Regen

Eigentlich ist Namibia ja ein trockenes Land.

Sogar die meisten Flüsse in Namibia sind Trockenflüsse. Sie fliessen nur, wenn es in ihrem Einzugsgebiet geregnet hat. Grosse Trockenflüsse sind z. B. der Ugab, der Huab, der Swakop oder der Kuiseb.

Aber Namibia hat auch fünf permanent fliessende Flüsse, allesamt entlang der Landesgrenzen.

Im Nordwesten trennt der Kunene Namibia von Angola, im Süden liegt der Oranje an der Grenze zu Südafrika.

Drei permanente Flüsse sind es hier im Nord-Osten:

  • der mächtige Zambezi (oder Sambesi)
  • der Kwando (in Botswana heisst er Linyanti oder Chobe) und
  • der Kavango (in Botswana heisst er Okavango).

Ausserdem regnet es im Caprivi Streifen während der Regenzeit (ca November bis März) durschnittlich etwa 900 mm pro Jahr. Das ist ungefähr so viel wie in München und dreimal so viel wie sonst in Namibia.

Die permanenten Flüsse und der gute Regen machen den Caprivi Streifen zum grünen Paradies Namibias.

Weil es den Caprivi Zipfel gibt, können Sie von der trockensten Wüste (der Namib) bis zu grünen Wasserwelten mit Papyrus und Schilf alles erleben, ohne Namibia zu verlassen.

Dass es diesen grünen Streifen gibt, ist kolonialem Grössenwahn zu verdanken.

Woher kommt der  Name Caprivi-Streifen?

Leo von Caprivi war deutscher Reichskanzler zu der Zeit, als die Region Teil von Deutsch-Südwest Afrika (heute Namibia) wurde.

Unter Leo von Caprivi wurde 1890 mit England im Helgoland-Sansibar-Vertrag ausgehandelt, dass dieser Landzipfel in Afrika Teil des deutschen Reiches werden sollte – im Tausch gegen Zanzibar (auch das strategisch wichtige Helgoland war Teil des Geschäfts).

Das Ziel der Deutschen war es, eine Landverbindung nach Deutsch-Ost Afrika (Tanzania) zu schaffen. Dazu kam es aber nicht mehr, der erste Weltkrieg beendete die deutschen Kolonial-Ambitionen.

Der Name Caprivi-Streifen ist also eine kolonialer Name.

Politisch korrekt spricht man heute von den Regionen Kavango West, Kavango Ost und der Zambezi Region.

Aber der alte Name ist immer noch gebräuchlich.

Sogar die Menschen der Region benutzen ihn noch. Manche nennen sich immer noch Caprivianer.

Wir werden der Einfachheit halber auch den Namen Caprivi verwenden, auch wenn es politisch nicht ganz korrekt ist.

Dorf in der Kavango Region, Namibia

Willkommen in Afrika

Wenn Sie von Süden kommen, dann werden sie spätestens in der Stadt Rundu (Kavango West Region) merken, dass Sie bisher gar nicht in Afrika waren.

Zumindest nicht in einem Afrika wie diesem.

Denn hier entspricht (fast) alles viel mehr den gängigen Klischees von Afrika: Hütten, Ziegen, Rinder, Hunde, viele Menschen, Waren und auch Müll, alles entlang der Strasse.

Zuvor, weiter im Süden, gab es eingezäunte Aufgeräumtheit. Nun herrscht ein buntes Treiben.

Die Zäune fehlen hier.

Stattdessen nesteln kleine Basthütten-Dörfer unter riesigen Jackalberry-Bäumen.

Auf den Feldern dazwischen wächst Mahangu (eine Art Hirse) oder Mais, zwischendrin auch mal Bäumchen wie der “Corky Monkey Orange” (Strychnos spinosa). Seine Früchte sind eine Delikatesse, sie schmecken wie eine Mischung aus Banane, Ananas und Orange.

Und hier gibt es immer noch grosse Elefanten- und Büffelherden. Mit etwas Glück kann man hier Herden von hunderten Tieren erleben.

Auch Löwen und sogar Wilde Hunde (das bedrohteste Raubtier des südlichen Afrikas) gibt es noch.

Und die mächtigen Bäume schaffen eine ganz andere Landschaft, als im Süden Namibias.

Flach ist es hier. Die Caprivi Region liegt im Kalahari Sandveld, hier gibt es keinen Hügel, keinen Berg. Nicht einen. Der Rest Namibias punktet ja gerade mit seinen irren Berglandschaften.

Hier dagegen sind es die Wasser- und Tierwelten, die den Besucher in ihren Bann ziehen.

Die Flüsse sind weitestgehend ungezähmt! Sie fliessen frei in ihren alten Betten und überfluten während der Regenzeit ihre Schwemmgebiete, so wie sie es seit Urzeiten tun.

Während der Trockenheit grasen in den Überschwemmungsgebieten Antilopen, Elefanten und Rinder.

Während der Regenzeit verlassen die Flüsse ihre Betten und schaffen seichte Seen, die bis zum Horizont reichen.

Die Menschen und Kulturen des Caprivi Streifens

Lebendes Museum der Mbunza

Vor Jahrhunderten haben sich einige Bantu-Stämme aus Zentralafrika hier niedergelassen.

Sie haben den enormen kulturellen Reichtum dieser Region begründet.

Viele unterschiedliche Stämme leben heute hier: Hambukushu, Mafwe, Kavangos,Losi, Ju/’Hoansi, Mbunza, und mehr.

Die Menschen hier leben mit dem Land.

Subsistenzlandwirtschaft ist noch immer die Lebensgrundlage vieler Menschen hier. Sie halten Vieh, vor allem Rinder und Ziegen und bauen ihr eigenes Getreide an. Oft ist es Mahangu, eine Form von Hirse, die sehr widerstandsfähig und gut an die Bedingungen angepasst ist.

Ausserdem gibt es viele Arten von Bohnen, Spinat und Früchten. Die extrem leckere Monkey Orange, sollten Sie auf keinen Fall verpassen, wenn diese gerade reif sind.

Und hier wird sogar Fisch gegessen. Der ist im Rest Namibias eher unbeliebt. Sogar Süsswasserfisch gibt es hier.

Auf den Märkten können Sie den ganzen kulinarischen Reichtum der Region bewundern.

In sogenannten Lebenden Museen stellen einige Stämme ihre Kultur vor. Lebende Museen sind eine tolle und entspannte Möglichkeit die Menschen Namibias und ihre Kulturen authentisch kennenzulernen.

Die Erlebnisse in den Nationalparks im Nordosten Namibia’s sind mit dem Okavango Delta in Botswana vergleichbar!

Die Lodges und Unterkünfte in Namibia sind aber oft günstiger und leichter zu erreichen.

Die Nationalparks im Caprivi – Bwabwata, Mahangu, Mudumu, Nkasa Rupara (Mamili)

Die Nationalparks im Nord-Osten Namibias sind spektakuläre Kleinode.

Sie sind wenig bekannt und längst nicht so besucht wie zum Beispiel der Etosha Nationalpark.

Aber die Erlebnisse hier können dem Okavango Delta ebenbürtig sein!

Das Besondere sind die grossen Tier-Herden, die mächtigen Bäume und die Wasserwelten.

Vor allem Elefanten ziehen hier noch immer zwischen den Ländern der Menschen (Angola, Botswana, Namibia, Sambia) umher. Für sie gibt es keine Grenzen.

Elefantenherden überqueren regelmässig den Linyanti (Chobe) zwischen Botswana und Namibia, so wie sie es seit Urzeiten tun.

Sie werden es nie vergessen, wenn sie einmal nahe einer solchen Herde im Busch gestanden haben!

Wo sie hinschauen sind Elefanten!

Hunderte sind es!

Sie hören das Grummeln ihrer Bäuche, ihr Trompeten. Sie hören wie sie Gras ausrupfen und durchs Wasser platschen. Sie nehmen wahr, wie die Elefanten den Rüssel nach oben krümmen, um den Geruch der Menschen besser zu analysieren.

Wenn sich dann auch noch eine Büffelherde von der anderen Seite nähert sind Sie mittendrin in einem Spektakel, das nur Afrika inszenieren kann. Vielleicht sind es Dagga Boys (oft übellaunige, alte Büffel-Bullen), vor denen man besonders auf der Hut sein muss.

Dann erwachen alle Sinne, und Sie sind einfach nur noch im hier und jetzt.

Wenn über einem afrikanischen Fluss die Sonne untergeht und Sie die Hippos im Fluss grunzen hören, werden Sie die verrückte Welt da draussen vergessen und erkennen, welch ein Schatz die unberührte Natur hier ist.

Büffel im Bwabwata Nationalpark Namibia

“Dagga Boys” – nicht immer gut gelaunte, ältere Büffel-Bullen. So ein Büffel kann bis zu 900 kg schwer werden!

Links eine Karte der “KAZA” Region, rechts eine Karte des westlichen Caprivi-Streifens (Zambezi Region).

All diese Nationalparks – Bwabwata, Mahangu, Mudumu, Nkasa Rupara (Mamili) –  unterscheiden sich grundlegend von Etosha.

Nicht nur, weil es hier mehr Wasser gibt und in den Parks sogar Flüsse fliessen.

In und um diese Parks leben Menschen.

Der Bwabwata Nationalpark ist einzigartig, weil er es sogar fördert, dass Menschen und wilde Tiere den Lebenraum teilen. Elefanten, Büffel, Löwen und sogar Wilde Hunde bewegen sich noch weitgehend frei, es gibt wenige Zäune, die die Wanderungen der Tiere behindern.

Das Leben geht hier seinen Lauf, so wie es schon seit Urzeiten ist.

In Afrika koexistieren Menschen und Wildtiere bis in die heutige Zeit.

Aber das führt natürlich auch zu Konflikten. Viele Massnahmen für den Naturschutz drehen sich hier darum, diese Konflikte zu reduzieren. Und auch der Tourismus trägt, wenn er nachhaltig ist, dazu bei, diese einzigartige Welt zu schützen.

KAZA – Kavango-Zambezi Transfronier Conservation Area

Im Kavango-Zambesi-Schutzgebiets-Netzwerk arbeiten fünf Länder zusammen, um Naturschutzgebiete zu verbinden. Namibia, Botswana, Zambia, Zimbabwe und Angola haben sich zusammengetan, um Wildtieren wieder mehr Raum zu geben. Durch Korridore zwischen den Nationalparks soll es den Wildtieren wieder ermöglicht werden, alten Wanderrouten zu folgen.

Doch nicht nur Wildtiere sollen sich in KAZA frei bewegen können, sondern auch Besucher. Das Ziel ist es, dass Touristen das gesamte Gebiet besuchen können, ganz ohne Grenzübertritte und Zollformalitäten. Ein Stempel für KAZA!

Elefanten-Warnschild im Bwabwata Nationalpark

Es kann jederzeit passieren, dass Elefanten auf die Strasse laufen (oder Wilde Hunde). Die Warnschilder müssen also durchaus ernst genommen werden.

Durch all diese Parks führen auch öffentliche Strassen. Die Strasse durch den Bwabwata Nationalpark führt nach Katima Mulilo und zu den Grenzübergängen nach Zambia (Shesheke) und Botswana (Ngoma Bridge).

Es gibt keine Zäune und keine Eingangstore. Verlässt man die öffentliche Strasse, besucht man den Park und muss daher vorab an einem der Büros Eintritt bezahlt haben. Wegen des Dicksandes ist dafür unbedingt ein Allrad-Fahrzeug und entsprechende Fahrerfahrung notwendig.

Jederzeit kann eine Elefantenherde oder ein Rudel Wilder Hunde die Strasse kreuzen. Schilder warnen davor.

Fahren Sie vorsichtig!

Mokoro Fahrt

Diese Wasserwelten erleben Sie am besten mit einem Mokoro (kleines Kanu lokaler Bauweise mit zwei Sitzen und sogenanntem “Poler” – ein Mokoro-Kapitän(in) der das Kanu steuert und antreibt). Oder mit einem kleinen, möglichst leisen Motorboot.

Es ist still, das Wasser glitzert und plätschert, Sie hören den Ruf des Schreiseeadlers. Auf den Seerosen schreitet ein Blatthünchen (Jacana, Actophilornis africanus) übers Wasser. Der Poler deutet nach vorn auf die Hippos im Wasser, denen Sie sich vorsichtig nähern. Sie beobachten sie eine Weile aus respektvollem Abstand, dann folgen Sie wieder dem Fluss… Ein einzigartiges Naturerlebnis!

Unterkünfte und Aktivitäten im Caprivi

Es gibt keine bzw wenige Unterkünfte in den Parks, aber rundherum gibt es schöne Lodges und Campingplätze.

Sie haben eine grosse Auswahl an idyllischen Campingplätzen, malerisch gelegenen Camps und luxurösen Lodges.

Hausboot-Safaris sind möglich und mehrtägige geführte Bootstouren hinein ins Herz der wilden grünen Welt.

Sie können geführte Busch-Wanderungen unternehmen, auf einem Sundowner-Bootcruise die Abendstimmung geniessen, auf einer Fluss-Safari den Busch und die Wasserwelten hautnah erleben, Hippos und Krokodilen näher kommen und in Lebenden Museen die Kulturen der Menschen erleben.

Oder Sie geniessen einfach die paradiesische Aussicht vom Sundowner-Deck Ihrer Unterkunft.

Elefanten vor dem Zimmer C) Nkasa Lupala Lodge

Auf einer Rundreise Windhoek über Maun zurück nach Windhoek haben Sie ein ultimatives Afrika-Erlebnis (wenn Sie ausreichend Zeit dafür haben!).

Eine andere Alternative ist eine Reise von Windhoek nach Victoria Falls in Zimbabwe oder Livingstone in Zambia.

Eine Fluss-Safari (Tagesausflug, 1 oder 2 Nächte möglich) lässt sich als Baustein in Ihre Reise einbauen.

Die beste Reisezeit für Caprivi

Als die beste Reisezeit für den Caprivi wird die Trockenzeit, also die Monate Juni bis Oktober angesehen.

Dann haben die Regenfälle aufgehört, und nach einer guten Regenzeit finden sich überall Überflutungsgebiete, die mit zunehmender Trockenheit kleiner werden – bis hoffentlich die nächste gute Regensaison kommt.

Auch das Malariarisiko wird dann generell als geringer eingeschätzt.

Allerdings hat auch die grüne Saison, also Regenzeit, ihre Vorteile. Viele Unterkünft sind in der Nebensaison erheblich billiger. Und in schlechten Regenjahren kann man die gefluteten Wasserwelten so richtig nur während der Regenzeit erleben. Es gibt Lodges, da reicht das Wasser dann bis zur “Haustür” und die Elefanten und Hippos laufen durchs Camp. Ist die Regenezeit schlecht, dann ziehen sich die Herden dorthin zurück, wo genügend Wasser zu finden ist.

Lesen Sie mehr über die beste Reisezeit für Namibia.

Wäre es nicht toll, wenn Sie jemand hätten, der in Namibia lebt, das Land sehr gut kennt, Sie berät und während der Reise für Sie da ist? Dann freuen wir uns auf Ihre Nachricht.

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