Fischfluss (Fish River) Canyon

  • Zweitgrösster Canyon der Welt

  • Heisse Quellen (Ai-Ais)

  • Trekking und Wandern

Namibia Karte - Spitzkoppe und Erongo

Fischfluss Canyon (Fish River Canyon)

„In der Konfrontation zwischen dem Bach und dem Fels gewinnt immer
der Bach. Nicht durch seine Kraft, sondern durch seine Beharrlichkeit.“ (Buddha)

Der Fischfluss (Fish River) ist allerdings kein Bach.

Geologie zum Anfassen

Vor 650 Millionen Jahren wären Sie hier auf dem Grund eines Meeres gestanden, dem Nama Meer.

Das Meer verschwand, aber es hinterliess eine dicke, komprimierte Decke an Sedimenten.

Dann, vor etwas 350 Mio Jahren kam es wie so oft in der geologischen Geschichte Namibias zu tektonischen Bewegungen.

Ein Graben tat sich auf.

Und dieser Graben kam dem jungen Fisch Fluss gerade recht.

Er nutzte ihn als Bett.

Allerdings war es ein hartes Bett, unter anderem aus Quarzit. Deswegen mäanderte der Fisch Fluss erstmal in die Breite. Es war dem jungen Fluss nicht möglich, sich tief in sein Bett zu graben.

Erst als sich die Ränder des afrikanischen Kontinents hoben, gab das dadurch entstehende Gefälle dem Fisch Fluss die Kraft, sich tiefer in sein Bett einzugraben.

Und jetzt konnte er endlich nicht nur die Sedimente des verschwundenen Meeres langsam abschrubbern, sondern konnte sich sogar auch in die darunterliegenden Gneise eines ur-ur-uralten Gebirgsstocks hineinfräsen.

Deswegen können wir, wenn wir den Fisch Fluss bestaunen, an gewissen Stellen diese ur-ur-ur alten Gesteine sehen (siehe Ai-Ais) – 1,5 Milliarden Jahre sind sie alt! Damit gehören sie zu den ältesten Gesteinen Namibias.

Im Laufe der vielen Jahrmillionen spülte und schliff sich der Fluss ein Bett, das heute bis zu 550 Meter tief und 27 km breit ist! Der Canyon ist etwa 160 km lang.

Die heutigen Wassermassen hätten dazu nicht ausgereicht. Aber es gab in der Erdgeschichte Namibias auch sehr viel nassere Zeiten als heute.

Und so kann man heute in den Tiefen seiner Schluchten auf mehr als eine Milliarde Jahre der Geschichte unserer Erde hinaufschauen.

Geologie zum anfassen.

Allerdings kann man nicht immer dort hinunter, um die Methusalem-Gesteine zu bewundern. Es ist zu gefährlich.

Für Tagesbesucher ist es verboten vom Aussichtspunkt bei Hobas in die Tiefen hinunter zusteigen. Vor allem in den Sommermonaten herrschen dort unten Temperaturen von 50 Grad und vielleicht sogar mehr. Bis heute wird ein Wanderer vermisst, der sich in den Sommermonaten dort hinuntergewagt hat…

Der zweitgrösste Canyon der Welt

Der Fischfluss, oder Fish River, entspringt im Naukluft Gebirge und entwässert im Laufe seiner 650 km das ganze südliche Namibia.

Der Canyon des Fisch Fluss wird als der zweitgrösste der Welt nach dem Grand Canyon bezeichnet.

Nun, für die, die schon am Grand Canyon waren, ist der Fischfluss Canyon vielleicht eher ein Canyon-chen.

Der Grand Canyon ist immerhing knapp 400 km länger und 1300 m tiefer. Nur in der Breit kann er dem Fisch Fluss Canyon nichts vormachen, breiter ist er nämlich nicht!

Aber damit hören die Vergleiche auch auf.

Wenn Sie zum ersten Mal an den Rand des Fisch Fluss Canyons treten, werden Sie bestimmt beeindruckt sein!

Und das Schönste, wie fast immer in Namibia: Sie werden dieses Erlebnis fast für sich alleine haben. Im Vergleich zum Grand Canyon besuchen nämlich nur wenige Touristen den namibischen Mega-Canyon.

Köcherbäume und Euphorbien in der Nähe des Fish River Canyons
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Ausserdem ist die Natur hier einfach nur zum Staunen.

Der Fisch Fluss ist ein Trockenfluss, der nur nach bei guten Regenfällen fliesst. In den tiefen, schattigen Gesteinsbecken im Canyon halten sich das ganze Jahr über Wasserstellen.

Die Umgebung aber ist trocken. Und doch hat sich das Leben angepasst. Man muss genau hinsehen, aber überall ist Leben! Über Jahrmillionen haben sich unter den Pflanzen, Reptilien, Säugetieren, etc Überlebenskünstler entwickelt, die sich hier wohlfühlen.

Sogar blühende Steine gibt es (kleine Sukkulenten aus der Familie der Mittagsblumengewächse)!

Die ersten Weissen, die von Südafrika über den Oranje in die Gegend kamen, berichteten von grossen Herden: Antilopen, Giraffen, Nashörner, sogar Elefanten und Löwen waren keine Seltenheit. Möglich machten das saisonale Wanderungen, immer der Weide und dem Wasser nach.

Eispflanze am Fisch Fluss Canyon

Ai-Ais – Brennendes Wasser

Ein Pool bei 40 Grad Aussentemperatur ist etwas sehr verlockendes.

Aber Vorsicht bevor Sie hineinspringen:

Die Quelle in Ai-Ais siedet bis zu 60 Grad heiss aus den Tiefen der Erde und die Temperatur des Pools ist heisser als die Aussentemperatur.

Zum Abkühlen ist das eher ungeeignet.

Allerdings kann es hier im Winter eise-eisekalt werden. Wie herrlich ist dann so ein Thermalbecken!

Ai-Ais bedeutet in der Sprache des Nama-Volkes in etwa so viel wie „siedend heiss“ oder eben “brennendes Wasser”. Sehr treffend.

Bei Ai-Ais kann man übrigens auf einer kleinen Wanderung in den Canyon die ältesten Gesteine des Fisch Fluss Canyons bewundern.

Entlang des Fischfluss Canyons gibt es einige dieser schwefelhaltigen heissen Quellen.

Fischfluss Canyon Wandern Verboten
Sonnenuntergang am Fish River Canyon

Wandertrails und Naturfahrten am Fish River Canyon

Durch den Abschnitt von Hobas bis Ai-Ais führt einer der bekanntesten und beliebtesten Wandertrails Afrikas: Der Fish River Canyon Hiking Trail. 5 Tage/ 90 km führt er durch den Canyon. Die Wandergenehmigung muss im Voraus eingeholt und bezahlt werden.

Der Trail ist oft lange im Voraus ausgebucht (für manche Termine über ein Jahr!). Nur zwischen 15. Mai und 15. September dürfen maximal 30 Wanderer pro Tag in den Canyon. Man muss mindestens zu dritt sein (damit im Notfall jemand Hilfe holen kann) und ein Gesundheitszeugnis vorlegen.

Alles was während des Trails benötigt wird, muss im Rucksack mitgetragen werden. Wasser wird aus dem Fluss, beziehungsweise den Pools getrunken, die während der Trockenzeit übrig bleiben. Man muss sich bewusst sein, dass der nächste Arzt 300 km entfernt ist. Auch das nächste Handysignal kann einen Tagesmarsch oder mehr entfernt sein. Rettungsaktionen (per Hubschrauber) können sehr sehr teuer werden. Dieser Trail ist ein einmaliges Wildnisabenteuer.

Umliegende Lodges und Gästefarmen bieten einfachere Trails an, bei denen auch das Gepäck transportiert werden kann. Man sollte nur wissen, dass dies dann nicht dieselbe Route ist, sondern in einem anderen Teil des Canyons gewandert wird.

Auch Tageswanderungen oder mehrstündige Wanderungen sind möglich, geführt oder auf eigene Faust.

Die Lodges führen auch geführte Ausflüge in und an den Canyon mit dem Geländewagen durch.

Um den Fischfluss Canyon herum gibt es eine Vielzahl hervorragender Unterkünfte und Campingplätze.

Im Fish River Canyon

Ai-Ais/ Richtersveld Transfrontier Nationalpark

Der untere Teil des Canyons, vom Aussichtspunkt bei Hobas bis Ai-Ais liegt im Ai-Ais/ Richtersveld Transfrontier Park.

Südafrika und Namibia haben hier ihre Nationalparks grenzübergreifend zusammengeschlossen, so dass Besucher mit 4×4 Geländefahrzeugen mit der Fähre bei Sendelingsdrift ohne grossen Umweg durch die beiden Parks fahren können.

So spektakulär der Fish River Canyon ist – Sie müssen sich überlegen, ob der kurze Blick in seine Tiefen die weite Anfahrt rechtfertigt. Der Fish River Canyon liegt weit im Süden Namibias. Sie sollten mehr Zeit hier einplanen – es gibt viel zu erleben (Lüderitz, wilde Pferde, Köcherbaumwald und natürlich die unglaubliche Atmosphäre der Canyon Landschaft selbst).

Es kann sich auch anbieten, den Weg zum Canyon mit Südafrika zu verbinden, z. B. die Augrabies Fälle und den Richtersveld Nationalpark.

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