Wie sicher ist Reisen in Namibia2017-12-14T21:21:30+00:00

Wie sicher ist reisen in Namibia?

Tür mit Schloss

Wie sicher oder gefährlich ist Reisen in Namibia?

Wenn Sie sich die Informationen des Auswärtigen Amtes anschauen (was wir empfehlen), dann denken Sie vielleicht, dass Namibia ein gefährliches Land sein muss. Dabei stufen die Experten der EXOP Group Nambia immer noch als so sicher ein wie die Länder Mitteleuropas (inklusive Deutschland!): EXOP Global Risk Map Q1.

EXOP Karte Weltweite Sicherheitslage
  • Schweizer sollten die Hinweise des EDA, österreichische Staatsbürger die des BMeiA, beachten.

Aus Sicherheitsgründen auf eine Reise nach Namibia zu verzichten, wäre in etwa so, wie in keinem Auto mehr zu fahren, weil ein Unfall passieren könnte.

Generell gilt Namibia als sehr sicheres Reiseland. Es ist wohl eines der ungefährlichsten Länder in Afrika. Trotzdem kann immer etwas passieren. Ein paar Grundregeln sollten Sie daher unbedingt beachten. Wie überall auf der Welt, sollten Sie auch in Namibia stets umsichtig und wachsam sein und den gesunden Menschenverstand walten lassen. Die grössten Risiken für Touristen sind Diebstähle und der Strassenverkehr.

Namibia ist ein Land mit extremen Einkommensunterschieden. Je nach Statistik liegt die Arbeitslosenquote bei 25-50%. Touristen werden von Menschen, die oft von weniger als 2 EUR am Tag leben müssen, als extrem reich angesehen. Allerdings sind bei weitem deswegen nicht alle armen Menschen Diebe und Räuber! Die meisten Vorfälle passieren in Windhoek und Swakopmund, aber auch ausserhalb sollten Sie wachsam sein – auch Gelegenheit macht Diebe. Beachten Sie auf jeden Fall ein paar Verhaltensgrundregeln:

  • Sie sollten alles daranlegen nicht wie ein Tourist und nicht reich auszusehen (teuren Schmuck zuhause lassen, teure Kamerausrüstung nicht zu offen präsentieren, etc).
  • Lassen Sie nichts offen im Auto liegen.
  • Lassen Sie kein gepacktes Fahrzeug aus den Augen. Auch nicht, wenn ein Parkwächter da ist und sagt, er würde aufpassen (das tun Sie meist auch, aber würden Sie für 10 Cent ihr Leben riskieren, um ein Auto zu verteidigen?). Bitte geben Sie den Parkwächtern immer ca 3-5 NAD, nachts bis zu 10 N$: das trägt zur Armutsbekämpfung in Namibia bei und ihr Auto ist zumindest sicherer.
  • Halten Sie während der Fahrt Autotüren verriegelt und die Fenster nicht zu weit offen. Es kommt manchmal vor, dass an Ampeln oder sonstigen Stops, Türen aufgerissen oder durch Fenster gegriffen wird.
  • In der Dunkelheit sollten Sie nicht herumlaufen, vor allem nicht allein. Falls Sie kein Auto haben, nutzen Sie ein Call-Taxi.
  • Wir raten davon ab, die umherfahrenden Taxis zu benutzen. Solche Taxis wären zwar eine Möglichkeit, sich wie die Einheimischen fortzubewegen, aber man muss nichts herausfordern. Zum einen muss man wissen, wie sie funktionieren (sie nehmen jeden mit bis das Taxi voll ist, sie fahren oft bestimmte Routen, es gibt keine Taxameters, etc). Zum anderen hört man immer wieder, dass solche Taxis für Überfälle und Einbrüche benutzt werden. Ein Call-Taxi ist sicherer, kostet aber mehr.
  • Bevor Sie die Stadt/ Umgebung erforschen, erkundigen Sie sich, wo es sicher ist und wo nicht. Erkunden Sie am besten mit einem lokalen Guide – das schafft Arbeitsplätze, ist informativ und es macht mit einem freundlichen Namibier viel mehr Spass.
  • Nehmen Sie nur Anhalter mit, wenn Sie wissen, wer es ist – also zum Beispiel, wenn Sie von einer Lodge gebeten werden, einen Angestellten eine Srecke mitzunehmen.
  • Lassen Sie sich am Geldautomaten nie von irgendjemandem helfen oder ablenken, zeigen Sie das Geld nicht und stellen Sie sicher, dass Ihnen niemand folgt.
  • Lassen Sie Ihre Kreditkarte nicht aus den Augen.
  • Für den Fall eines Diebstahls sollten Sie eine Kopie von wichtigen Dokumenten wie z. B. dem Pass oder Führerschein parat haben.

Das ist keine umfassende Liste aller Risiken! Sie soll ihnen nur vor Augen führen, dass für eine sichere Reise in Namibia vor allem Aufmerksamkeit nötig ist.

Es kommt auch immer sehr auf die Situation und Gegend an, verallgemeinern kann man nichts. Am besten ist es immer, die Dienste eines lokalen Guides zu nutzen – er/ sie kann aufgrund von Erfahrung Situationen meist viel besser einschätzen als Sie.

Die meisten Besucher schwärmen von der Freundlichkeit der Namibier und kehren nur mit positiven Erinnerungen an Namibia nach Hause zurück.

Das Autofahren ist in Namibia wohl das grösste Risiko (in Deutschland wohl auch…), aber auch das lässt sich mit einer vorausschauenden, vorsichtigen Fahrweise wesentlich verringern

  • Das erste Risiko sind Sie selbst
    Namibia’s Strassen, vor allem die Schotterstrassen und die Geländefahrzeuge stellen andere Anforderungen an die Fahrweise als deutsche Autobahnen mit einem tiefliegenden Personenwagen. Es ist sehr leicht, sich zu überschlagen, vor allem bei zu hoher Geschwindigkeit. Auf Schotter sind 60-70 kmh angemessen. Die meisten Mietwagenfirmen geben Ihnen mittlerweile sehr genaue Instruktionen mit auf den Weg, damit Sie sicher wieder zurückkommen. Auch die deutsche Botschaft in Windhoek hat Hinweise für Selbstfahrer herausgegeben.
    Meist werden die Entfernungen und die Zeit, die man braucht, um sie zu bewältigen massloss unterschätzt. Wenn dann die Zeit drängt anzukommen, verführt dies zu zu schnellem Fahren und es passieren Unfälle. Bei unseren Reisen passiert Ihnen das nicht. Wir halten die täglichen Fahrtstrecken bewusst so kurz wie möglich und nötig.
  • Das zweite grosse Risiko sind die Anderen. Immer wieder führen Selbstüberschätzung, Eile und mangelndes Fahrkönnen zu unglaublichen Manövern. Seien Sie vor allem an unübersichtlichen Stellen auf alles gefasst und fahren Sie vorsichtig.
Staubige Piste im Damaraland
  • Das dritte Risiko sind Tiere (und Menschen), die auf die Fahrbahn laufen. Auf Namibia’s Strassen ist es jederzeit möglich, dass Tiere, sei es Kühe, Esel, Kudus, etc. oder sogar (betrunkene) Menschen, auf die Fahrbahn laufen. Ein Zusammenstoss mit einem Tier, das mehrere hundert Kilos wiegt, kann für beide Seiten ernsthafte Konsequenzen haben.
Warzenschwein Warnschild am Waterberg

Nachts sollten Sie überhaupt nicht fahren. Das ist noch ein Grund, um Fahrtstrecken möglichst kurz zu halten: damit Sie nicht in die brenzlige Lage kommen, in der Dämmerung oder gar bei Dunkelheit fahren zu müssen. Bedenken Sie, dass es in Namibia immer zu Verzögerungen kommen kann – ein platter Reifen, ein fliessendes Rivier, rechnen Sie immer mit dem Unvorhersehbaren und kalkulieren Sie es ein.

Unser Tip: Wenn Sie nicht selbst fahren möchten, buchen Sie eine Tour mit Guide.

Das gefährlichste Tier in Afrika ist wie überall der Mensch. Laut verschiedener Quellen kommt gleich danach – der Moskito! Dazu finden Sie Hinweise unter Gesundheitsrisiken.

All die anderen Gefahren durch Tiere können durch Respekt und richtiges Verhalten fast auf Null gesenkt werden. Vor allem das Risiko von Löwen oder Leoparden angefallen zu werden ist entgegen landläufiger Meinung bei richtigem Verhalten (in Etosha nicht aus dem Auto aussteigen) gering.

Schlangen, Skorpione und Spinnen

Die meisten Namibia-Reisenden fürchten, einer Schlange, einem Skorpion oder einer giftigen Spinne zu begegnen. Da wir in Deutschland nicht mit diesen Tieren konfrontiert werden, ist dies eine verständliche Angst vor dem Unbekannten. Tatsächlich kommt es aber kaum zu Vorfällen mit Skorpionen, Spinnen und Schlangen.

Schlangen

Die meisten Schlangen in Namibia sind harmlos. Laut dem African Snake Bite Institute sind von den 81 Schlangenarten in Namibia, nur 11 für Menschen potentiell tödlich, und dann oft nur für Kleinkinder und kranke oder ältere Menschen. Oft beissen Schlangen auch, ohne Gift zu injizieren (auch Schlangen müssen sparen).

Da die meisten Schlangen Angst vor uns haben, flüchten sie meist sofort, wenn Sie uns wahrnehmen. Eine Ausnahme ist die Puffotter, denn sie bleibt oft liegen. Ein Wanderstock und feste, am besten knöchelhohe Schuhe könnten dann aber Schlimmeres vermeiden.

Skorpione

Dasselbe gilt für Skorpione. Laut namibischer Mediziner erfordern nur 5% aller Skorpionstiche eine Behandlung. Die möglicherweise gefährlichen Skorpione gehören alle zur Familie der Buthiden. Die Faustregel ist: grosse Zangen, dünner Schwanz = ungefährlich, kleine Zangen, dicker Schwanz = möglicherweise gefährlich.

Skorpion Parabuthus Vilosus

Spinnen

Die schlechte Nachricht zuerst: Es gibt giftige Spinnen in Namibia. Die gute Nachricht: Bisse, noch dazu gefährliche, sind extrem selten. Viele Spinnen sind sogar recht süss, vor allem die kleinen Springspinnen. Und, Spinnen sind nützlich. Aber man schläft einfach schlecht, wenn eine Spinne von der gefühlten Grösse eines Pitbulls neben dem Bett auf Beute lauert: Nehmen Sie ein Glas, ein Stück Papier, stülpen Sie das Glas vorsichtig über die Spinne, das Papier darunter und hinaus mit der Spinne.

Noch ein paar Hinweise

Drehen Sie keine Steine um, seien Sie vorsichtig wohin sie greifen und treten, vor allem nachts. Laufen Sie in unübersichtlichem Gelände und nachts nicht barfuss. Sollte Ihnen in Ihrer Unterkunft eine Schlange oder ein Skorpion begegnen, verständigen Sie das Management.

Unser Tip: Machen Sie in Swakopmund eine „Living Desert“ – Tour und besuchen Sie das Schlangenmuseum. Da man Sie draussen in der Natur kaum zu Gesicht bekommt, sind das tolle Möglichkeiten mehr über die faszinierenden Tiere zu erfahren und sie auch zu sehen.

Elefanten, Nashörner, Büffel, Nilpferde, Krokodile

Wenn es um Elefanten und andere grosse Tiere geht, ist Respekt und Abstand das Wichtigste. Ein sicherer Abstand ist 70 – 100 Meter. TOSCO erklärt (auf Englisch) die wichtigsten Verhaltensregeln gegenüber Elefanten. Vorfälle mit Elefanten gibt es fast nur dann, wenn die Tiere gereizt worden sind.

Sundowner mit Elefantenherde im Mamili Nationalpark

Am besten nutzen Sie die Dienste eines lokalen Guides. Unter denen gibt es allerdings leider auch schwarze Schafe, die um mehr Trinkgeld zu bekommen, zu nah an die Tiere herangehen oder -fahren.

Raubtiere – Löwen, Leoparden, Geparden

Leoparden und Geparde sind sehr scheu und fürchten den Menschen. Normalerweise bekommt man sie nicht zu Gesicht. Sollten Sie trotzdem einem begegnen halten Sie respektvollen Abstand und bedrängen Sie das Tier nicht.

Löwen gibt es fast nur noch in den Nationalparks (eine Ausnahme sind die berühmten Wüstenlöwen) und dort ist das Aussteigen aus dem Fahrzeug strikt verboten. Im Fahrzeug sind Sie sicher. Sollten Sie gezwungen sein auszusteigen, z. B. wegen eines platten Reifens, müssen Sie vorsichtig sein. Einen im Busch versteckten Löwen sieht man nicht.

Ist da was im Gebüsch?

Darüber finden Sie Informationen auf unserer Seite über Impfungen und Gesundheitsvorsorge.

Wir möchten darauf hinweisen, dass diese Sicherheitshinweise keineswegs umfassend sind, sondern nur unsere persönliche Auswahl der Risiken und Gegenmassnahmen darstellen, die uns am wichtigsten erscheinen. Für mehr Informationen wenden Sie sich bitte an das Auswärtige Amt oder die Botschaft.

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