Namibia Klima und Reisezeit

Regenbogen im Damaraland in Namibia

Viele denken, in Namibia sei es heiss. Ganz so einfach ist die Sache nicht.

Zunächst einmal sollten Sie wissen, dass die Jahreszeiten in Namibia genau umgekehrt sind wie in Deutschland. Aber auf die Jahreszeiten kommt es gar nicht so sehr an.

Namibia hat mehr als 300 Sonnentage im Jahr! Dem trüben Wetter in Deutschland können Sie hier also ziemlich sicher entkommen.

Bei der Frage wie die Temperaturen sein werden, oder ob es regnen könnte, müssen wir etwas weiter ausholen.

Grosse Unterschiede beim Klima in Namibia

Charakteristisch für das Klima in Namibia sind Unterschiede:

  • zwischen Tag und Nacht
  • zwischen den Jahreszeiten – Trockenzeit und Regenzeit
  • zwischen den Regionen

Nachts kühlt es oft schnell ab (wodurch man besser schlafen kann), im Winter kann man durchaus frieren und die Küstenregion ist meist erheblich kühler als das Inland.

Trockenzeit (Winter) und Regenzeit (Sommer)

In Namibia spricht man statt Sommer und Winter oft von Trockenzeit und Regenzeit.

Da Namibia auf der Südhalbkugel liegt, ist in Namibia Winter, wenn in Deutschland Sommer ist, und umgekehrt.

Winter/ Trockenzeit (Mai bis September)

Der namibische Winter enspricht von den Temperaturen her dem deutschen Sommer. Fast zumindest.

Ab Mai beginnt es, kühler zu werden und es fällt nur noch in Ausnahmefällen Regen. Besonders im Juni und Juli kann es in vielen Gebieten Namibia’s recht kalt sein.

Die Tagestemperaturen liegen auch im Winter meist um die 20 Grad. Nachts fallen die Temperaturen auf 5-10 Grad. Sobald die Sonne untergegangen ist, stürzt die Temperatur. Namibia ist ein arides Land, in dem keine Vegetation und keine Feuchtigkeit in der Luft die Wärme des Tages festhält – sie entweicht sofort hinaus ins Weltall. Minusgrade sind vor allem in den frühen Morgenstunden möglich. Sobald die Sonne aufgeht, wird es wärmer.

Extreme beim KLima in Namibia - Eis auf dem Feldbett in der Namib im Juni

In Namibia bringen insbesondere Kaltfronten aus dem Süden oder der Ostwind die Eiseskälte. Sind diese Wetterphänomene nach einigen Tagen abgeklungen, kann es auch wieder angenehm mild werden.

  • Eine Jacke, im Winter auch Handschuhe und Mütze nicht vergessen!

Bei Pirschfahrten – oder Wanderungen morgens oder abends kann es dann auf den offenen Fahrzeugen empfindlich kalt werden. Eine dicke Jacke und sogar Mütze und Handschuhe sind dann sehr zu empfehlen. Das sollte Sie aber nicht davon abschrecken, diese Aktivitäten zu unternehmen – die Stimmung draussen in der Natur entschädigt für die Kälte.

Wunderschön sind in den Wintermonaten die klaren Tage und Nächte. Die Fotos mit dem stahlblauen Himmel stammen aus diesen Monaten.

Licht nach Sonnenuntergang in Namibia
Strahlender Wintertag mit Nebel in der Namib

Regenzeit/ Sommer (Oktober bis April)

Ab Mitte August wird es wärmer, aber die eine oder andere Kaltfront kann noch für kalte Temperaturen sorgen. Abends und morgens kann es immer noch sehr kühl werden, besonders wenn es regnet. Stürmisch ist es jetzt auch sehr oft.

Im Oktober und November hoffen die Namibier auf den ersten Regen. Dann beginnt die kleine Regenzeit. Aber nicht immer ist der Wettergott gnädig, und es fällt in diesen Monaten noch kein Regen. Die Temperaturen können nun tagsüber auf ca 30-35 Grad, oder mehr, steigen. Allerdings gelten Temperaturen über 40 Grad auch in Namibia auch als Hitze.

Im Dezember regnet es meist wenig, bis dann die grosse Regenzeit beginnt. Von Januar bis April fällt der meiste Regen in Namibia.

  • Kleine Regenzeit Oktober/ November, grosse Regenzeit Januar bis April

Regen ist in Namibia etwas ganz Besonderes. Er fällt nicht tagelang aus einem depressivgrauen Himmel. Meist bauen sich gewaltige Wolkenberge auf, das Licht ändert sich, es wird heiss und immer heisser, bis sich die Wolken meist nachmittags in einem prasselnden Gewitterschauer entladen.

Spektakuläre Wolkenberge im Sonnenuntergang in der Namib

Es kann wenige Minuten regnen, aber auch stundenlang. Wenn das Tiefdruckgebiet stark genug ist, kann sich das Regenwetter einige Tage halten, aber meist versengt die Sonne die Wolken in kurzer Zeit wieder. Und Pflanzen, Tiere und Menschen in Namibia hoffen, bangen und warten auf den nächsten Regen.

  • Eine Regenjacke macht nur bedingt Sinn: der Regen ist oft so stark, dass auch eine Jacke in kürzester Zeit durchnässt ist. Geniessen Sie den Regen unter einem Dach oder werden Sie einfach mal nass!

Während der Regenzeit können die sonst trockenen Flüsse (Riviere) in Namibia sehr schnell anschwellen, auch wenn es dort, wo man sich befindet, gar nicht regnet. In Namibia sagt man dazu: der Fluss „kommt ab“. Es kann dann sehr gefährlich sein, sich in diesen Flussbetten aufzuhalten. Es kann stunden- oder sogar tagelang unmöglich sein, solch ein Flussbett zu überqueren. Die Strassen können, wenn es regnet sehr aufgeweicht sein!

  • nie in einem Flussbett campen!

  • ein laufendes Rivier immer erst zu Fuss testen – ist es zu Fuss schwierig, kommt auch das Auto nicht durch

Regen in Namibia ist sporadisch und oft unvorhersehbar. Es kann giessen und schütten und wenige Kilometer weiter fällt nicht ein Tropfen.

Regionale Unterschiede beim Klima in Namibia

Beim Klima gibt es in Namibia zwischen den Regionen große Unterschiede.

Das Klima im Süden Namibias

In der Namib und der Kalahari ist es trockener als im Rest des Landes. Tagsüber kann es sehr heiß sein, nachts kühlt die Luft rasch stark ab. Den Süden treffen die Kaltfronten aus der Antarktis am stärksten, daher kann es im Winter sehr kalt sein. Minusgrade können nachts im zweistelligen Bereich liegen. Eisige Winde können übers Land fegen. Und es kann im Winter regnen. Ein grosser Teil des Südens liegt im Einflussgebiet des Winterregens, der vom Kap aus Südafrika hochzieht.

Das Klima im Nord-Osten (Zambezi/ Caprivi Region)

Diese Region gehört geologisch zum Kalahari-Becken. Doch sie erhält weit mehr Regen als der weiter südlich gelegene Teil. Dadurch ist die Luftfeuchtigkeit hier viel höher als im Rest des Landes. Besonders im Sommer kann es hier schwül-heiss sein.

Das Klima an der Küste

Der kalte Benguela Strom bestimmt das Klima an der Atlantikküste. Dieser verhindert, dass über dem Atlantik Regenwolken entstehen. Ausserdem verursacht er den Nebel. Der Nebel liegt meist höher als in Deutschland und ist nicht so dicht. An einem typischen Tag in Swakopmund herrscht morgens Nebel, als ob dünne Wolken am Himmel stünden. Die Sonne löst den Nebel dann später auf, abends kehrt er zurück. Es kann aber auch den ganzen Tag die Sonne scheinen oder neblig sein. Da es in Lüderitz und Walvis Bay generell windiger ist als in Swakopmund, herrscht dort generell auch weniger Nebel.

Sonniger Tag in Swakopmund
Dichter Nebel über dem Ozean in Swakopmund

In der Küstenregion ist es deutlich kühler als in anderswo. Der Südwester-Wind sorgt an vielen Tagen für ein frisches Lüftchen, auch im Inland bis zu 80 km entfernt von der Küste. Dadurch kann es z. B. am Sossusvlei, ca 55 km entfernt von der Küste, auch an heissen Tagen erstaunlich angenehm sein. Auch der Nebel reicht an manchen Tagen bis über 50 km ins Inland. Die Temperatur des Atlantik liegt im Winter bei um die 11 Grad, im Sommer selten über 20 Grad.

Wenn Sie es genauer wissen wollen, finden Sie hier Klimatabellen mit den Durchschnittswerten.

Fazit

Das Klima in Namibia ist extrem. Schwitzen, frieren, nass werden, angenehm laue Temperaturen: alles ist möglich, und das zu fast jeder Jahreszeit und je nachdem wohin Sie reisen. Die beste Reisezeit hängt ganz von Ihren Vorlieben ab.

Wenn Sie also entscheiden wollen, wann Sie nach Namibia reisen wollen, dann hilft Ihnen unser Blog Wieso es in Namibia keine beste Reisezeit gibt. weiter.

  • Das Klima in Namibia ist auch für Europäer relativ gut verträglich. Es ist meist heiss und trocken.

  • Von Mai bis August sind die Temperaturen tagsüber nicht so heiss, aber abends wird es schnell kühl und nachts kann es kalt werden

  • Zwischen Oktober und April kann es überall im Land regnen. Das hängt aber sehr von der Regenzeit ab. Es gibt Regenzeiten in denen es kaum regnet. Es kann dann sehr heiss werden (ca 35-40 Grad tagsüber). Ziehen Regenwolken übers Land, ist es erheblich kühler (um die 25 – 30 Grad oder sogar darunter). In Namibia regnet es meist nicht flächendeckend: es schüttet an einem Ort und wenige Kilometer weiter fällt vielleicht kein Tropfen.

  • An der Küste ist es meist mindestens 10 Grad kühler als im Inland. Die grosse Ausnahme ist der Ostwind, dann herrschen für ein paar Tage Temperaturen bis zu 45 Grad. Der kühle Südwesterwind sorgt oft für eine angenehme Brise bis zu 80 km ins Inland. Es regnet praktisch nie, dafür gibt es häufig Küstennebel.

  • Der Nordwesten (Caprivi/ Zambezi) unterscheidet sich klimatisch grundlegend. Hier regnet es generell zwischen Oktober und April wesentlich mehr als anderswo in Namibia. Es kann dort dann, feucht, heiss und schwül sein.

  • In Namibia ist alles möglich, vor allem auch beim Wetter. Immer. Zu jeder Jahreszeit. Es kann im Winter regnen, und im Sommer kühl sein. Aber meist ist das nicht von langer Dauer.

März/April/Mai

  • Die Temperaturen kühlen langsam ab. Bis in den April kann es noch regnen, vor allem im März und April. Wenn die Regenzeit gut war, ist Namibia jetzt grün und üppig. Es blühen Bumen, die man sonst nicht zu Gesicht bekommt. Die Tiere sind gut genährt und es sind Jungtiere zu sehen. Die Abende und Nächte sind noch relativ mild

Juni/ Juli/ August/ September

  • Es herrscht Trockenzeit, nur im Süden können Winterregenschauer von Kap hochziehen. Es ist sonnig und klar. Es ist kaum Staub in der Luft und daher ist der Himmel oft stahlblau. Besonders nachts kann es kalt werden. Der Busch ist nun weniger üppig, daher kann man Tiere besser sehen. Ausserdem müssen die Tiere nun zu den Wasserlöchern kommen, um zu trinken.

    Im August und September ist es oft sehr windig. Kaltfronten bringen kalte Luft aus dem Süden.

Oktober/November/ Dezember/Januar/Februar

  • Es wird wieder wärmer. Im Oktober und November regnet es vereinzelt (kleine Regenzeit).

    Im Januar und Februar ist es generell recht heiss. Der Dezember ist oft angenehmer, da es wenig regnet und es weniger schwül ist. Vor allem in küstennahen Gebieten, die noch Südwesterwind abbekommen (bis zu 80 km im Inland) kann es im Dezember durchaus angenehm sein.

    Von Januar bis März fällt der meiste Regen, meist in kurzen, heftigen Schauern. Die Vegetation ist dicht und grün. Die Tiere haben Junge, viele Pflanzen blühen.

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