Namibia entdecken: Wo gibt es was zu erleben

Namibia entdecken: Etosha, Sossusvlei, Damaraland, etc. Wir stellen hier alle wichtigen Regionen vor und Sie können Sie sich schnell und einfach informieren. Das dient als Basis zur Planung Ihrer Reise. In den Norden oder Süden? Oder beides? Was kann ich im Damaraland erleben? Wo ist das überhaupt? Namibia ist ein riesiges Land, eineinhalb mal so gross wie Deutschland. Zwei oder drei Wochen Zeit – da sollten Sie sich nicht zu viel vornehmen, sonst sitzen Sie nur im Auto. Profitieren Sie von unserer Erfahrung und kontaktieren Sie uns.

Namibia Karte gemalt von Schulkindern in Okakarara
Zum Vergrössern klicken Sie bitte auf die Karte. Die Karte wurde von Schulkindern in Okakarara gemalt.
Die Grösse Namibia's im Vergleich zu Deutschland
Quelle: Google Maps

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Namibia's Nordwesten - Makalani Palmen im Huarusib

Nord-West Namibia – Wildnis Freiheit, Abenteuer

  • Skelettküste
  • Damaraland & Kaokoveld
  • Etosha National Park
  • Ovamboland
Namibia's Nord-Osten: Elefant trinkt am Kwando Fluss in Namibia

Nord-Osten – Namibia’s grüne Seite

  • Nationalparks: Bwabwata, Nkasa Rupara/ Mamili, Mudumu
  • Buschmannland/ Khaudum Nationalpark
  • Waterberg
  • Maisdreieck
Zentrales Namibia: Wilde Berge im Khomas Hochland in Namibia

Zentrales Namibia – Städte, Farmen, wilde Berge

Blick vom Big Daddy auf Dead Vlei und Dünen am Sossusvlei

Süden – Dünen, Berge, Canyons

Der Nord-Westen – Wildnis, Freiheit, Abenteuer

Nord-Westen: Die Skelettküste

  • Entdecken Sie: Schiffswracks, Dünen, Ozean, Wüstenlöwen und- elefanten

Ugab Tor zum Skeleton Coast Park
Strasse im Skeleton Coast Park

Am „Tor zur Hölle“ wird heute meist geangelt. Portugiesische Seefahrer fanden hier viele Walknochen, aber kein Frischwasser, und nannten die Küste das „Tor zur Hölle“. Im Lauf der Zeit wurde sie zur „Skelettküste“ – wegen der vielen Schiffswracks, Knochen und Legenden. Die Skelettküste ist noch vollkommen wild. Einzigartig! Nur Hobby-Angler geniessen an den zahlreichen Angelplätzen den Fischreichtum der Küste. Ansonsten ist sie immer noch menschenleer und mysteriös.

Die Skelettküste ist Teil der nördlichen Namib und in zwei Nationalparks aufgeteilt:

  • Dorob Nationalpark: reicht von Swakopmund bis zum Ugab Tor (siehe oben – das Tor im Totenkopf-Design mit Walrippen)
    Dieser Park liegt etwa 130 km nördlich von Swakopmund
  • Cape Cross: Hier landete der Portugiese Diego Cao und errichtete ein Kreuz. Zahllose Kap-Pelzohrrobben ziehen hier von November bis Februar ihre Jungen auf (Achtung: der Gestank hier ist berüchtigt). Henties Bay und Wlotzkasbaken sind vom Park ausgenommen. Es sind die einzigen Siedlungen an der Küste nördlich von Swakopmund, beides sind hauptsächlich Ferienorte der Einheimischen.
  • Skelettküstenpark: reicht vom Ugab Tor bis zum Kunene. Von hier stammen die spektakulären Bilder von im Sand versunkenen Schiffswracks, und Elefanten oder Löwen, die Dünen hinunterstapfen.

An der Skelettküste gibt es ausser Campingplätzen für Angler kaum Übernachtungsmöglichkeiten. Eine öffentliche Strasse führt entlang der Küste bis Torra Bay. Wer den Skelettküstenpark sehen will, muss eine Tour mit einem lizensierten Tour-Veranstalter buchen.

Einen Teil der Skelettküste sehen die meisten Besucher, da die Küste bei Swakopmund auf fast jeder Namibia-Reise besucht wird.

Nord-Westen: Damaraland und Kaokoveld

  • Entdecken Sie: Felsgravuren von Twyfelfontein, Granitlandschaften, Tafelberge, Epupa Fälle, Ruacana, Damara und Himba Lebende Museen, Wüsten-Vier: Löwen, Elefanten, Nashörner, Giraffen

Epupa Wasserfälle des Kunene im Kaokoveld
Elefantenwarnschild und Tafelberge im Damaraland

Wildnis, Freiheit, Abenteuer. Danach klingen diese beiden Worte immer noch: Damaraland und Kaokoveld.

Während der Apartheid waren hier die Reservate für die Damara und Himba Völker. Vor allem das Kaokoveld gehört heute noch zu den wildesten, unberührtesten Gegenden Namibias. Hier kann es passieren, dass man tagelang keinen Menschen trifft.

Menschen leben hier, aber das Land wurde nie gezähmt und schäumt vor bizarrer Schönheit:

  • Tafelberge und Kegel
  • abenteuerliche Pässe auf alten Elefantenpfaden
  • rote Lavasteine und grüne Euphorbien Stäucher
  • mächtige Trockenflüsse mit haushohen Ahnenbäumen
  • Rinder, Ziegen, Schafe, Elefanten und Löwen versuchen, sich den Lebensraum zu teilen

Der Reisende, der klimatisierten Komfort gegen den Luxus menschenleerer Natur austauscht, der kann hier ein Paradies finden: ein trockenes Paradies, ein „Arid Eden“. Springböcke, Zebras, Oryxe und Strausse, sogar Löwen, Elefanten, Giraffen und Spitzmaul-Nashörner haben sich hier an ein Leben in der Wüste angepasst. Einzigartig ist, dass die Tiere noch wirklich frei sind und die Menschen hier versuchen, mit den Tieren zu leben, anstatt sie auszurotten. Und Sie als Besucher können mithelfen, damit das gelingt.

Das Damaraland

Das Damaraland liegt südlich des Kaokoveldes und ist wesentlich leichter zu erreichen. Berühmt ist das Damaraland besonders für Felsgravuren und -zeichnungen, besonders bei Twyfelfontein oder am Brandberg. Twyfelfontein wurde wegen der Gravuren zum Weltkulturerbe erklärt. Es gibt aber noch weit mehr Orte mit Zeichnungen und Gravuren, nur sind diese weniger berühmt und daher auch weniger besucht.

Lion Man Felsgravur in Twyfelfontein
Weisser Elefant Felsmalerei im Erongo Gebirge

Das Kaokoveld

Fährt man weiter nach Norden, erreicht man das Kaokoveld mit seinen wilden Tälern. Die Himbas, ein Naturvolk, leben hier mit ihren Rindern und Ziegen. Ein für Namibia seltenes Spektakel bieten die Epupa Wasserfälle des Kunene. Bei ausreichendem Wasserstand zischt hier die Gischt um die Baobabs. Von der Luxus-Lodge bis zum Campingplatz gibt es hier alles, allerdings gibt es nur wenige Unterkünfte.

Je weiter Sie nach Norden ins Kaokoveld vorstossen, desto seltener werden feste Unterkünfte. Wichtig sind dort ein Zelt, ausreichend Proviant und Wasser, ein verlässliches Allrad-Fahrzeug mit Ausrüstung (Achtung: nicht alle Mietwagen-Firmen erlauben die schroffen Pisten) und gute Planung beziehungsweise ein guter Guide. Zeit und Liebe zur Natur brauchen Sie auf jeden Fall. Ohne wird der Besuch zur Farce, denn worum sollte es in diesen wilden Weiten gehen, wenn nicht darum, wieder zum Takt der Natur zu finden?

Nord-Westen: Etosha Nationalpark

  • Wilde Tiere beobachten

Schirmakazie vor der Etoshapfanne und Gnu
Elefantenbulle im Etosha Nationalpark

In Etosha geht es um wilde Tiere.

Aber wären Sie, sagen wir 1903, an der Etosha Pfanne unterwegs gewesen, hätten Sie wenige gesehen. Die Ebene rund um das Fort Namutoni war leer. Elefanten und Nashörner hätten Sie nicht zu Gesicht bekommen. 1903 war Grosswild in den Ebenen um die Etosha Pfanne durch Grosswildjäger und die Rinderpest längst weitestgehend ausgerottet.

Heute ist Etosha einer der berühmtesten Wildtierparks der Welt. Mehr als 2.000 Elefanten, 16.000 Springböcke, tausende Giraffen und einige Hundert Nashörner leben wieder hier. Seit über 100 Jahren sind die Tiere hier geschützt. Sie haben gelernt, Menschen und ihre Fahrzeuge als etwas nervige, aber harmlose Tiere einzuordnen. Da die Tiere so wenig scheu sind, lassen sie sich großartig beobachten – wenn man sie findet.

Dazu gehört Glück und Geduld –  alte Buschmanntugenden. Auch wenn in Etosha halb-zahm anmutende Tiere herumlaufen und die alten Migrationsrouten nicht mehr intakt sind – Etosha ist kein Zoo. Die Tiere gehen wohin sie möchten.

Etoshas guter Ruf basiert auf einigen Faktoren:

  • Viele Wasserlöcher, an denen fast immer Wild zu finden ist
  • Weite Ebenen – hier ist es einfacher, Wild zu erspähen als im dichten Busch (den es auch gibt)
  • Abwechslungsreiche Landschaften – auf einer Fläche so gross wie Slowenien verteilen sich Gras-, Dornbusch- und Baumsavannen, Mopanewälder, Dolomitenhügel, Salz- und Lehmpfannen, Palmen, Moringas, Balsambüsche, etc
  • Viele Tiere – von den Big 5 kann man mit Glück 4 sehen: Löwen, Elefanten, Leoparden, Nashörner (Büffel sind nicht mehr in den Park zurückgekehrt). Aber in Etosha kann man auch viele kleinere Entdeckungen machen – Wasser- und Landschildkröten, Schwarznasenimpalas (eine seltene Impala-Unterart), Dik-Diks und 340 Vogelarten, wie z. B. die Riesentrappe, Raubadler, etc.
  • Das Pioniergefühl: der Park ist sehr natürlich. Nur 5 relativ kleine Camps befinden sich im Park und nur 25% des Parks können befahren werden. Es ist streng verboten, die Strassen (oder das Auto) zu verlassen. Nach Sonnenuntergang gehört der Park bis auf einige organisierte Nachtfahrten wieder nur den Tieren. Sogar während der Hochsaison begegnet man auf manchen Strecken lange Zeit niemandem. Die Touristen verteilen sich gut über den grossen Park.

Etosha steht zumindest beim ersten Namibia Besuch fast immer auf dem Programm.

In und um Etosha gibt es Unterkünfte jeder Kategorie sowie viele Campingplätze.

Nord-Westen: Ovamboland

  • Entdecken Sie: Modernes Namibia, Makalani Palmen, Ovambo Kultur

Makalanipalmen am Strassenrand im Ovamboland
China Shop und Menschen am Strassenrand im Ovamboland

Das Ovamboland ist anders. Hütten stechen ab von modernsten Gebäuden, Shopping Malls von Cuca Shops, Oshanas (Lehmsenken) von Ackerflächen, alte Missionsstationen von modernen Kirchengebäuden. Man muss mit Kühen und Eseln rechnen, auf der Strasse und in den Ortschaften, es gibt kaum Zäune. Shebeens (informelle Bars) und Makalani-Palmen säumen die Strassen.

Da das Ovamboland durch das Cuvelai-System Wasser aus dem regenreicheren Angola erhält, ist im Ovamboland mehr Ackerbau möglich, als im Süden Namibia’s. Süsswasser-Fisch und Gemüse spielen in der Kultur der Ovambo-Stämme eine Rolle – ganz im Gegensatz zu den Hereros, die vor allem Fisch absolut nichts abgewinnen können.

Das Ovamboland ist touristisch kaum erschlossen und es liegt auf der Route weniger Touristen. Wer aber Namibia und vor allem seine Menschen intensiver kennenlernen möchte, sollte das Ovamboland besuchen. Fast die Hälfte der namibischen Bevölkerung lebt hier. Es gibt keine touristischen Attraktionen vom Range Etoshas, aber sie können

  • die Residenz eines traditionellen Ovambokönigs besuchen,
  • einen Baobab bewundern, der schon als Post, Kirche und Kapelle herhalten musste,
  • das Museum einer finnischen Missionsstation besuchen
  • in Kunsthandwerks- und Töpfermärkten stöbern und
  • ein lebendiges Stück Afrika erleben.

Die grossen Ortschaften hier sind Oshakati und Ondangwa. Touristische Unterkünfte gibt es nur wenige.

Schön mag es hier nicht immer sein, aber garantiert authentisch.

Reiseideen für das Ovamboland

Der Nord-Osten – Namibia’s grüne Seite

  • Entdecken Sie: Grosse Tierherden (Büffel, Elefanten, Hippos), fliessende Flüsse, hohe Bäume ländliches Afrika

Nilpferde im Lynanti Fluss
Seerosen im Wasser

Willkommen in Afrika. Spätestens in Rundu wird Ihnen klar, dass Sie bisher gar nicht in Afrika waren. Zumindest nicht in einem Afrika wie diesem. Denn hier entspricht alles viel mehr den gängigen Klischees von Afrika: Hütten, Ziegen, Rinder, Hunde, viele Menschen, Waren und auch Müll, alles entlang der Strasse. Zuvor gab es eingezäunte Aufgeräumtheit. Nun herrscht ein buntes Treiben. Die Zäune fehlen hier. Stattdessen nesteln hier kleine Basthütten-Dörfer unter riesigen Jackalberry-Bäumen. Auf den Feldern dazwischen wächst Mahangu oder Mais, zwischendrin auch mal Bäumchen wie der Monkey Ball (seine Früchte sind eine Delikatesse).

Und hier gibt es sie: die grossen Elefanten- und Büffelherden. Auch Löwen und sogar Wilde Hunde gibt es noch. Und hohe Bäume an fliessenden Flüssen. Drei der fünf permanent fliessenden Flüsse Namibia’s liegen hier: der Lynanti oder Kwando (in Botswana heisst er Chobe), der Zambezi und der Kavango (in Botswana heisst er Okavango).

Nord-Osten: Die Nationalparks – Bwabwata, Mahangu, Mudumu, Nkasa Rupara (Mamili)

Elefanten-Warnschild im Bwabwata Nationalpark
Elefant beim Trinken im Bwabwata Nationalpark

Das Besondere sind die grossen Herden, die hier noch immer zwischen den Ländern der Menschen (Angola, Botswana, Namibia, Sambia) umherziehen können. Elefantenherden überqueren regelmässig den Linyanti zwischen Botswana und Namibia, wie sie es seit Urzeiten tun.

Sie werden es nie vergessen, wenn sie einmal nahe einer solchen Herde im Busch gestanden haben: das Grummeln ihrer Bäuche, das Trompeten, wie sie den Rüssel nach oben krümmen um den Geruch der Menschen besser wahrzunehmen,  wie sich eine Büffelherde aus Dagga Boys (oft übellaunigen alten Bullen) von der anderen Seite nähert – und sie sind mittendrin in diesem Spektakel aus früherer Zeit. Wenn über einem afrikanischen Fluss die Sonne untergeht und Sie die Hippos im Fluss grunzen hören, werden Sie über das Leben nachdenken und was Menschen daraus gemacht haben.

All diese Parks – Bwabwata, Mahangu, Mudumu, Nkasa Rupara –  unterscheiden sich grundlegend von Etosha. Nicht nur, weil es hier mehr Wasser gibt und in den Parks sogar Flüsse fliessen.

In und um diese Parks leben Menschen. Der Bwabwata Nationalpark ist einzigartig, weil er es sogar fördert, dass Menschen und wilde Tiere, also auch Elefanten, Büffel, Löwen und sogar Wilde Hunde, sich den Lebensraum teilen, wie schon vor der Ankuft der Weissen. Hier muss irgendwann das Paradies gelegen haben.

Daher führen durch all diese Parks auch öffentliche Strassen. Die Strasse durch den Bwabwata Nationalpark führt nach Katima Mulilo und zu den Grenzübergängen nach Zambia und Botswana bei Shesheke und Ngoma Bridge. Es gibt keine Zäune und keine Eingangstore. Verlässt man die öffentliche Strasse, besucht man den Park und muss daher vorab an einem der Büros Eintritt bezahlt haben. Es gibt keine bzw wenige Unterkünfte in den Parks, aber rundherum gibt es schöne Lodges und Campingplätze.

Nord-Osten: Khaudum Nationalpark/ Buschmannland

  • Namibia’s wildester Park, Dicksand, Lebende Museen der Buschleute, Baobabs, nur mit 4×4 und guter Ausrüstung!

Baobab im Buschmannland
Unterwegs in Busch mit Jägern der San im Buschmannland

Khaudum Nationalpark

Den Khaudum Nationalpark besucht nur, wer es wirklich ernst meint mit Abenteuer und Wildnis.

Schon der Weg dorthin ist nichts für Weicheier. Der Khaudum ist wild, abgelegen und nur über schwierige Dicksandpisten zu erreichen. Die nächste Tankstelle, der nächste Laden, ist mindestens eine Tagesreise entfernt. Khaudum ist ein Park für die Tiere und den Naturschutz, Besucher müssen sich anpassen.

Man merkt es sofort an den Elefanten. Tausende können es hier sein, oder auch keine. Der Park ist nur zur Grenze nach Botswana hin eingezäunft, so dass die Elefanten noch weitestgehend frei umherziehen können. Die Elefanten hier bekommen kaum je Menschen zu Gesicht, nur wenige Abenteurer besuchen den Park. Während Etosha Elefanten keine Miene verziehen, wenn sie Autos sehen, lassen einen Khaudum Elefanten nicht aus den Augen.

In der Nähe des Sikeretti Camps haben Hyänen ihren Bau. Ihr nächtliches Heulen dringt durch Mark und Bein. Es ist der Ruf der Wildnis, nur Wenige verstehen seine Magie. Seltene Tierarten haben hier ein Rückzugsgebiet. Die vom aussterben bedrohten Wilden Hunde haben hier noch ungestörte Jagdgründe. Pferde- und Rappenantilopen haben in Etosha gegenüber Zebras das Nachsehen, aber hier kann man sie oft beobachten.

Den Khaudum darf man keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen. Zur Sicherheit, gibt es eine Reihe Vorschriften, z. B. dass der Park nur mit zwei Fahrzeugen durchquert werden darf. Man muss gut vorbereitet sein, ausreichend Proviant haben und Übung darin haben, schwierige Pisten zu meistern. Am besten besuchen sie den Khaudum mit einem erfahrenen Guide.

Buschmannland

Umgeben ist der Park von Hegegebieten (Conservancies) und offenem kommunalem Farmland. Im Nyae Nyae Hegegebiet hat die lokale Bevölkerung, vor allem die San, eine Einnahmequelle durch Jagd und Tourismus. Hier dürfen sie sogar selbst noch mit traditionellen Methoden jagen, also mit Fallen und Pfeil und Bogen. Jäger und Sammler Menschen gehörten einst genauso zu den Ökosystemen in Namibia, wie Löwen.

Die Lebenden Museen der San in Grashoek und bei Tsumkwe zeigen wie hervorragend sich die Buschleute an das Leben in dieser unnachsichtigen Natur angepasst hatten. Bei einer Wanderung mit Buschmannjägern wird jedem von uns bewusst, wie weit wir uns von unserem ursprünglichen Leben als Jäger und Sammler entfernt haben. Neben den leichtfüssigen Buschleuten, walzen wir schwerfällig durch den Busch und verscheuchen das Wild.

Der Khaudum und das Buschmannland liegen im nördlichen Teil der Kalahari. Regen bekommt diese Region genug, so dass sogar die sagenumwobenen Baobabs hier wachsen. Mehr über den Khaudum National Park erfahren Sie in der Broschüre des Ministeriums für Naturschutz und Tourismus

Nord-Osten: Waterberg

  • Riesige versteinerte Sanddüne, Ausblick vom Plateau, Büffel & Nashörner, Herero-Kultur, deutsche Kolonialgeschichte

Aussicht vom Waterberg Plateau über die Omaheke nach Botswana
Herero Frau mit traditionellem Kopfschmuck

Der Waterberg ist eine Art Arche Noah für bedrohte Tierarten. Als 300 Millionen Jahre alte versteinerte Sanddüne ragt er aus der Omaheke. Von oben reicht der Blick bis nach Botswana. Die Wände des Waterbergs steigen senkrecht 200 m hoch aus der Ebene. Als einzige Erhebung, fängt er manchmal Wolken ein und wirkt als riesiger Schwamm. Das Wasser sickert durch sein poröses Sandgestein und er gibt es unten aus Quellen wieder frei. Daher ist die Vegetation hier anders, viel üppiger, als sonst in dieser Gegend.

Und es gibt eine einzigartige Tierwelt. In den 70er Jahren wurde oben auf dem Plateau ein Nationalpark gegründet. Vom Aussterben bedroht Tierarten wurden oben ausgesetzt: Breitmaulnashörner, Rappen- und Pferdeantilopen, Tsessebe. Sie haben dort oben eine Arche. Es gibt natürlich auch Giraffen, Warzenschweine, Paviane, Leoparden und 200 Vogelarten. Die grösste Besonderheit ist der extrem gefährdete Kappgeier. Nur etwa 12 dieser Vögel leben hier und sind die letzten in Namibia.

In der Ebene um den Waterberg jagen noch Geparden. Der Cheetah Conservation Fund (CCF, Geparten-Schutz-Fonds) kümmert sich darum, den Geparden auf Farmland ein Überleben zu ermöglichen. Am Fusse des Waterbergs hat der CCF sein Zentrum, wo man sich über Geparden und deren Schutz informieren kann.

Auf dem Gebiet der Farm Hamakari fand 1904 die Schlacht am Waterberg zwischen den Herero und der deutschen Kolonialmacht statt. Ausser einem Friedhof für die meist um die 20 Jahre alten deutschen Schutztruppler erinnert nicht viel daran. Hereros leben heute noch in der Gegend um den Waterberg. Okakarara ist neben Okahandja ihr wichtigstes Zentrum. Und Rinder sind auch heute noch sehr wichtig für die Hereros. Viele leben auf dem kommunalen Land um Okakara von der Rinderzucht. Einmal im Jahr findet in Okakarara eine Wirtschaftsausstellung statt. Diese Ausstellung zu besuchen ist ein echtes Erlebnis „made in Namibia“.

Nord-Osten: Maisdreieck – Tsumeb, Otavi, Grootfontein

  • Farmland, Karsthöhlen und -seen, Otavi Berge

Otjikoto See
Dampflok vor dem Tsumeb Museum

Drachenhauchhöhle. Was für ein Name. Schade, dass diese Höhle mit 66 m unzugänglich tief unter der Erde liegt, denn sie ist absolut zum Staunen. In ihr ruht der grösste unterirdische See der Welt und sie beherbergt nicht nur Sundeville-Blattnasen-Fledermäuse, sondern auch eine Garnele, die sich von deren Kot ernährt.

Diese Höhle können wir leider nicht besuchen, aber es gibt andere und noch mehr Karst- und Tropfsteinhöhlen: z. B. die Ghaub Höhle. Und diese kann auch besucht werden.

Ausser Höhlen gibt es in der Gegend noch mehr:

  • Unterirdische und eingefallene Karst-Seen: z. B. der Otjikoto-See oder der Guinas See
  • Meteoriten: in der Nähe von Grootfontein liegt eines der grössten Geschosse aus dem All, die bisher gefunden wurden, der Hoba Meteorit.
  • Tsumeb Museum: ein kleines Museum, in dem interessante Stücke aus der Geschichte von Tsumeb, des Bergbaus, der Völker Namibia’s und der deutschen Kolonialgeschichte zusammengetragen wurden.
  • 2000 Meter hohe Berge: die Otavi Berge waren einst 5 km hoch! 2 km sind noch übrig. Stromatolithen, einfache Bakterien, haben über Jahrmillionen den Kalk dieser Berge ausgeschieden und den Sauerstoff produziert, den wir heute atmen.
  • Maisfelder: Die Karstberge speichern Wasser. Deswegen wächst hier sogar Mais und die Gegend um Tsumeb, Grootfontein und Otavi ist bekannt als das Maisdreieck.

Zentrales Namibia

Zentral: Windhoek & Khomas Hochland

  • Hauptstadt, Einkaufsmöglichkeiten, Kolonialgebäude, Katutura, Wanderungen, Berge

Blick auf Windhoek
Landschaft des Khomas Hochland

Windhoek ist nicht Paris. Nach einer etwa zwei-stündigen Stadtrundfahrt hat man für den Hausgebrauch das Meiste gesehen. Es sei denn, man ist weitergehend interessiert.

Windhoek hat um die 400,000 Einwohner, keiner weiss es genau, da es keine Meldepflicht gibt. Nur etwa 100,000 leben in den als wohlhabend angesehenen Stadtteilen. Der Rest wohnt in den ehemaligen Townships Katutura, Wanaheda, Greenwell Matongo, etc und den neuen informellen Blechhüttensiedlungen. Aber Windhoek hat keinen Slum. Noch schafft es die Stadtverwaltung einigermassen, die Stadtentwicklung in geordneten Bahnen zu halten.

Mit der wachsenden Bevölkerung und auch teilweise wachsendem Wohlstand ist auch die Zahl der Autos sprunghaft gestiegen. Es gibt keine nennenswerten öffentlichen Verkehrsmittel, so dass tausende Taxis täglich die Menschen aus Katutura zu ihren Arbeitsstätten in Windhoek bringen. Während der Stosszeiten kann dies durchaus zu Staus führen, die 10minütige Wartezeiten bedeuten können. Für Namibier ein absoluter Wahnsinn. Für Menschen aus anderen Erdteilen, fast entspannend wenig Verkehr. Anssichtsache. Ausserhalb Windhoeks kann es ja schliesslich passieren, dass man stundenlang niemandem begegnet.

Oft liest man, Windhoek sei sehr deutsch. Naja. Manches Deutsche wird in der Tat noch zelebriert, wie z. B. das Bier, Wurst, es gibt sogar ein Oktoberfest mit einer bayrischen Oktoberfestband und richtigen Bierkrügen. Ausserdem gibt es den Karneval. Aber die deutsche Kolonialarchitektur, so hübsch sie ist, sieht mittlerweile neben den grossen modernen Gebäuden fast mitleidig aus.

Ansichtssache ist es auch, ob man Windhoek besuchen sollte. Im Endeffekt ist es eine Stadt wie jede andere, aber sie ist das wichtigste Zentrum Namibia’s. Um Namibia kennenzulernen, muss man wohl auch Windhoek zumindest etwas kennenlernen. Im Stadtteil Katutura lässt sich ausserdem ein ganz und gar anderes Windhoek kennenlernen. Während Windhoek sehr europäisch wirkt, ist Katurura gänzlich anders. Es ist ärmer, aber auch bunter, wimmelnder und fröhlicher.

Windhoek hat exzellente und charmante Unterkünfte, eine breite Auswahl guter Restaurants, kleine Museen und Galerien und gute Souvenirläden.

Khomas Hochland

Windhoek hat auch eine interessante Lage. Auf dem Grund eines uralten Meeres haben sich die Berge hervorgehoben, auf denen Windhoek liegt: das Khomas Hochland, die Auas Berge, die Otjihavera Berge. Auf 1654 m Höhe läge in nördlicheren Breiten ganzjährig Schnee. In Windhoek hat es auch im Winter tagsüber meist 15-20 Grad, nachts kann es stundenweise klirrend kalt werden.

Der Glimmerschiefer erzeugt rund um Windhoek im Khomas Hochland schroffe Landschaften. Strassen verlassen Windhoek in jede Himmelsrichtung. Schnell erreicht man dann offenes Farmland. Fährt man Richtung Westen, führen die Schotterpisten tief hinein ins gebirgige Khomas Hochland.

In der Umgebung von Windhoek lassen sich durchaus ein paar Tage verbringen mit

  • Wandern (es gibt Wandertrails von einigen Stunden bis Tagen)
  • Mountainbiking
  • Wellness, Yoga, Spas und Thermalbädern
  • Bogenschiessen im Naturparcours
  • Reiten
  • Sternenbeobachtung in kleinen Observatorien
  • Wild- und Vogelbeobachtung

Swakopmund

  • Hübsche Ferienstadt mit unglaublicher Lage, deutscher Kolonialarchitektur und vielen Aktivitäten an Land, Wüste und Wasser, Mondlandschaft

Das Hohenzollernhaus vor den Dünen in Swakopmund
Eine Bank am Strand von Swakopmund

Swakopmund ist ein wundersamer Ort. Steigen Sie auf den Woermann Turm und machen Sie sich bewusst, wo Sie sind: Eingezwängt zwischen dem riesigen Ozean (auf der anderen Seite liegt Rio de Janeiro) und einer riesigen, wasserlosen Wüste. Die Dünen reichen bis zum Stadteingang. Palmen wedeln im Wind. Deutsche Kolonialarchitektur beherbergt deutsche Bäcker, deutsches Bier und Schwarzwälder Kirschtorte. Deutsch ist Swakopmund aber nicht. Es leben viele Deutsche hier, sie sind aber eine Minderheit.

Swakopmund ist der beliebteste Ferienort Namibias. Es hat Flair und Palmen, hervorragende Cafés, (Fisch-) Restaurants und Yoga Studios. Sie können Surfen, auf Wellen oder Dünen, oder Fat Bike fahren, reiten, angeln oder Fallschirmspringen.

Lieben Sie es auch, das Meer zu beobachten? Am Strand stehen Bänke. Die Wellen des Ozeans spielen mit den Farben des Himmels und messen ihre Kraft mit dem Kontinent. Der Hochnebel bestimmt die Stimmung: ist er dicht, ist es gespenstisch-mysteriös, hat ihn die Sonne aufgelöst, strahlen Himmel und Wasser in allen Schattierungen des Blau.

Swakopmund ist der beliebteste Ferienort und der Kühlschrank Namibia’s. Es verdreifacht in der Feriensaison im Dezember/ Januar seine Einwohnerzahl und es ist meist mindestens 10 Grad kühler als im Rest des Landes.

Swakopmund bietet alles, vom 4-Sterne Hotel bis zur Fischerhütte. Swakopmund steht mit meist zwei Nächten auf dem Reiseplan der meisten Besucher.

Mondlandschaft

Der Swakop Fluss hat hier über die Jahrmillionen eine Landschaft aus kahlen Steinschluchten geschaffen. Wilde Gramadullas Rinnen und Risse, durchfräsen über Kilometer den uralten Granit. Schwarze Kämme aus Dolerit lassen Hügel aussehen wie Drachenrücken. Welwitschias, Flechten, 100jährige Ochsenwagenspuren, Talerbüsche, Kameldornbäume – mehrere Markierungen entlang des Weges auf dem Welwitschia-Drive kennzeichnen interessante Geheimnisse der Mondlandschaft für den Besucher.

Mondlandschaft bei Swakopmund

Zentral: Walvis Bay und Sandwich Hafen

  • Hafen- und Industriestadt, wichtiger Ort für tausende Seevögel, Sandwich Hafen, Ausgangspunkt für Bootstouren in die Lagune von Walvis Bay

Hafenkräne und Flamingos in der Lagune von Walvis Bay
Die Dünen reichen bei Sandwich Hafen bis zum Atlantik

Walvis Bay war einst die Bucht der Wale. Heute ist in Walvis Bay der einzige Tiefseehafen Namibia’s und entwickelt sich zum bedeutendsten Logistik-Drehkreuz im südlichen Afrika. Ausserdem ist Walvis Bay das Zentrum der namibischen Fischindustrie. Walvis Bay gehörte nie zu Südwest-Afrika und bis 1994 nicht zu Namibia. Es war britische und später südafrikanische Enklave.

In der Bucht von Walvis Bay sieben unzählige Flamingos nach Blaualgen, Krebsen, Schnecken, Krabben oder Würmern. In Walvis Bay erstaunt der Kontrast aus Hafenkränen und Vogelparadies. Hunderttausende Seevögel sprenkeln die Bucht. Grosse Tümmler und Heaviside Delfine jagen durchs Wasser. Kappelzohrrobben siedeln an der Landzunge am Pelican Point. Ab und zu verirrt sich ein Pinguin oder ein Mondfisch. Pelikane watscheln an den Landungsstegen der Ausflugsboote. Auch Wale, vor allem Buckel- und südliche Glattwale, lassen sich ab und zu wieder blicken. Walvis Bay ist das Etosha der Meerestiere.

Die meisten Reisenden ziehen es vor, in Swakopmund zu übernachten und nur zur Bootstour nach Walvis Bay zu fahren. Aber auch hier gibt es hervorragende Gästehäuser.

Sandwich Harbour (Sandwich Hafen)

Seit 1898 hat hier kein Schiff mehr angelegt. Und davor sollen hier einige versunken sein. Manche davon nahmen kostbare Ladung mit sich in die Tiefe: man munkelt, dass der Thron eines Maharadschas nun den Fischen gehört. Wie an vielen Orten an Namibia’s Skelettküste, ranken sich um Sandwich Harbour viele Geschichten und Legenden. Es kann nicht einmal genau gesagt werden, woher der Name kommt – ist es der englisch ausgesprochene Sandfisch (Hai-Art) oder der Name eines Walfänger-Schiffes?

Aber die Schönheit dieses Ortes ist unbestritten. Der Sand steigt aus dem Ozean und formt Dünen, denen der Ozean hier so nahe kommt, wie sonst nirgends auf der Welt. Admiral-blaue Wellen mit weisser Gischt, gold-orangene Dünen und achat-blauer Himmel schaffen ein unvergleichliches Panorama.

Viele Fahrzeuge sind auf dem Weg hierher schon stecken geblieben. Besser erreichbar ist Sandwich Harbour auf einer geführten Tour.

Hier übernachten nur Schakale und Möwen.

Zentral: Spitzkoppe und Erongo Gebirge

  • Granitlandschaft mit faszinierenden Steinformationen, Felszeichnungen- und Gravuren, Natur, Small Miners

Bogen aus Granitstein - Formationen an der Spitzkoppe
Bei den Small Miners -der Blick vom Rand des Erongo Kraters

Spitzkoppe

Der riesige Drache mit dem Horn auf dem Kopf entpuppt sich aus der Nähe als Stein gewordene Phantasie. In jedem dieser Felsen steckt etwas, man muss es nur finden. Da ein Löwenkopf, dort eine aufgestochene Kaugummiblase und da ein paar Dementoren aus Harry Potter. Wie kommt das riesige Loch in den Fels? Was mögen die Buschleute gedacht haben, die hier hunderte Felszeichnungen hinterlassen haben?

Die Erklärung der Wissenschaft ist nicht weniger phantastisch als die Landschaft selbst. Vor etwa 150 Millionen herrschte hier das Inferno. Magma stieg aus den Tiefen der Erde auf, kam aber nicht an die Oberfläche. Die Magma wurde in der Erde kalt und bildete unterirdische Blasen aus Granit. Wind, Regen, Hitze, Kälte haben die Oberfläche zersetzt und abgetragen. Übrig ist der härtere Granit, der zuvor gar nicht zu sehen war.

Genau wie der Brandberg weiter nordwestlich, ist auch die Spitzkoppe ein sogenannter Inselberg – weil er wie eine Insel aus der flachen Landschaft ragt. Wind und Wetter lassen auch heute den Granit nicht in Ruhe, sondern fräsen, sprengen, meisseln, hobeln all diese Formen und Gestalten heraus. Den Felsenbogen, das berühmte Loch im Granit, hat der Wind über Jahrmillionen aus dem Stein gefräst, wie ein Sandstrahlgebläse.

Wer gern klettert ist an der Spitzkoppe richtig. Profis können sich am „Matterhorn Namibia’s“ versuchen, der steilen Spitze, die 700 Meter aus der Umgebung herausragt. Man kann aber auch herrlich einfach so im Granitfels herumklettern und wandern – mit der gebotenen Vorsicht natürlich und am besten morgens oder abends, tagsüber kann die Hitze niederschmetternd sein. Wasser nicht vergessen.

Die Sonnenuntergänge hier sind übrigens grandios.

Erongo Gebirge

Gleich neben der Spitzkoppe liegt noch so ein Geniestück der Natur, das Erongo Gebirge.  Dieses Gebirge ist ein riesiger Vulkankrater, der in sich zusammengefallen ist. Seine Ränder sollen einst 8 Kilometer hoch gewesen sein (so hoch wie der Himalaya). Heute ist der Kraterrand mit bis zu 2,3 Kilometern noch immer ein mächtiger Schutzwall. Und dahinter öffnet sich ein Wunderland, in dem Riesen plötzlich alles liegen und stehen gelassen zu haben scheinen.

Für Naturliebhaber ist das Erongo Gebirge definitv einen Besuch wert. All das will ja schliesslich erforscht werden:

  • Höhlen mit alten Buschmannzeichnungen – die Philipps Höhle und der berühmte weisse Elefant können besucht werden, wenn man ca 1 Stunde über die Granitlandschaft wandert
  • Bull’s Party (Bullen Party): riesige Granitmurmeln, die man auch „Wollsäcke“ nennt
  • Elefantenkopf – eine interessante Felsformation
  • Lebendes Museum der Buschleute (San) – die Kultur der Buschleute kennenlernen und sogar mit ihnen den Busch erforschen
  • viel Wild: der Erongo ist ein Traumland für Leoparden (vor denen man keine Angst haben braucht, wenn man sie in Ruhe lässt), Paviane und Kudus. Giraffen, Eland, Klipspringer, aber auch Spitzmaulnashörner leben hier – streng geschützt, denn das Erongo ist ein privates Hegegebiet.
  • Vögel: Hier hört man es oft, das scharfe Kreischen der kleinen Rosenpapageien und mit Glück zischen sie sogar wie grüne Pfeile an einem vorbei. Es könnte auch passieren, dass Adler über Ihnen kreisen oder Geier.
  • Ruhe und Einsamkeit: Das Erongo ist ein Geheimtip. Aus Zeitmangel machen viele Reisende einen Bogen um das Erongo Gebirge.

Small Miners

Das Erongo Gebirge ist auch voller interessanter Mineralien. Ein besonderes Erlebnis ist der Besuch bei den „Small Miners“ am Hohenstein, dem höchsten Berg des Erongos. „Small Miners“ bedeuet „kleine Bergleute“ und ist der Name für all die Männer, die vom Staat kleine Schürfrechte erworben haben und dem Berg mit harter Arbeit ein paar kleine Schätze abringen.

Turmalin, Amethyst, Topaz, Bergkristall, Aquamarin, usw kann man dann oft am Strassenrand oder am offiziellen Verkaufsplatz am Ûiba-Ôas Crystal Market kaufen. Man kann einige Small Miners auch direkt am Berg besuchen. In einem einfühlsamen Film und in unserem Blog können Sie mehr über die Small Miners und das Erongo Gebirge erfahren.

Die Spitzkoppe und das Erongo Gebirge liegen etwa 2-3 Stunden Fahrt entfernt von Swakopmund. Ein Tagesausflug ist daher theoretisch möglich. Aber die besondere Atmosphäre erlebt man natürlich nur richtig, wenn man sich mehr Zeit lässt. Unsere Empfehlung ist mindestens eine Nacht, besser zwei dort zu verbringen. Es gibt wunderbare Lodges, Gästefarmen und Campingplätze sowohl direkt an der Spitzkoppe als auch im Erongo.

Der Süden – Dünen, Berge, Canyons

Süden: Sossusvlei & Dead Vlei

  • Dünen in der Namib Wüste, Weltnaturerbe Sandmeer, lebende Wüste, Sesriem Canyon, NamibRand, Schloss Duwisib

Schattenspiel am Morgen bei Düne 45 auf dem Weg zum Sossuslvei
Das Dünenmeer und Blick aufs Dead Vlei von Big Daddy

Die Bäume im „Dead Vlei“ sind seit mindestens 700 Jahren tot.

Sie recken ihre kahlen Äste in die Höhe, als ob sie beim Tanzen erstarrt wären. Mindestens 1000 Jahre lang hat ihnen der Tsauchab Trockenfluss Wasser gebracht. Doch dann haben die Dünen dem Fluss den Weg versperrt und er musste sein Bett ändern. Nun bringt der Tsauchab sein Wasser alle 5-20 Jahre nicht mehr ins „Dead Vlei“, sondern ins „Sossusvlei“, die „Lehmsenke (=vlei) des blinden Flusses (=Sossus)„. Ganz Namibia ist dann verzückt vor Freude.

Den Ozean erreicht der Tsauchab nicht mehr. Vor 60,000 Jahren ist der Tsauchab zum letzten Mal in den Atlantik geflossen. Heute schneidet ihm das Dünenmeer ca 55 km vor der Küste den Weg ab und lässt ihn im Sossusvlei im Sand versickern.

Auf dem Weg zum Sossusvlei und Dead Vlei erheben sich links und rechts des Weges bis zu 300 Meter hohe Dünen wie Pyramiden. Rümpfe von Bergen, die aus einer Zeit stammen, in der es noch lange keine Menschen gab, ruhen dazwischen in ihrer Ewigkeit.

Stellen Sie sich vor, Baden-Württemberg wäre von Sand bedeckt. So gross ist nämlich die Fläche zwischen Lüderitz und Walvis Bay, die von Sand überflutet ist – die südliche Namib besteht aus einem Dünenmeer. Und das alles ist Teil des Namib-Naukluft Parks und UNESCO Weltnaturerbe, das nur hier im Tal des Tsauchab zugänglich ist.

Das Sossusvlei ist für die Meisten ein „Must-See“. Das heisst, dass es vor allem in der Hochsaison durchaus passieren kann, dass Sie in und um das Sossusvlei auf viele Menschen und Fahrzeuge treffen.

Dieser „Ort, an dem nichts ist“, denn das bedeutet das Wort Namib, ist voller Leben. Achten Sie auf die Spuren im Sand. Zu sehen sind die Käfer, Eidechsen, Geckos, Schlangen, Chameleons, Hasen, Schakale, etc tagsüber kaum. Die meisten Tiere hier sind nachts aktiv. Ausser zum Beispiel dem Sandtaucher. Diese Eidechse macht genau das, was wir tun würden, wenn wir barfuss in 70 Grad heissen Sand stehen: Immer wieder ein Beinchen anheben, um der Hitze zu entgehen. Thermo-Tanz nennt man das.

Wir Menschen steigen auf eine Düne und ziehen uns dann in die klimatisierte Kühle unserer Fahrzeuge zurück. Wer hier aber dauerhaft überleben will, muss sich anpassen.

Der Sand kann bis zu 70 Grad heiss werden (daher sind offene Schuhe nicht zu empfehlen). Die Temperaturen können extrem schwanken – tagsüber sengende Sonne, nachts Temperaturen um den Gefrierpunkt. Und Wasser ist hier fast so rar wie Wein von Mouton Rothschild. Oft sorgt der kühle Wind vom Atlantik für erträgliche Temperaturen. Doch spätestens um die Mittagszeit kann es vor allem im Sommer backofen-heiss sein.

Früh aufstehen, genügend Zeit einplanen, rauf auf die Düne!

Die Morgenstunden werden generell als die beste Zeit angesehen, Sossusvlei zu besuchen, oder spät nachmittags. Dann sind die Farben besonders eindrucksvoll und die Sonne zieht scharfe Kanten auf dem Dünenkamm. Das Licht ist dann am besten zum Fotografieren.

Eine geteerte Strasse führt von Sesriem aus ca 65 km in das Tal der Dünen. Die letzten 5 km bis zum Sossusvlei muss man im Flussbett des Tsauchab zurücklegen. Die Fahrt durch den Dicksand ist ein Abenteuer, das nur 4×4 Geländewägen und erfahrene Fahrer schaffen. Immer wieder müssen Fahrzeuge aus dem tiefen Sand gezogen werden. Es stehen Shuttles zur Verfügung, oder hart Gesottene können laufen. Die letzten etwa 500 Meter zum Dead Vlei müssen dann alle durch den Sand laufen.

Für den Besuch von Sossuslvlei und Dead Vlei sollten Sie mindestens einen halben Tag zur Verfügung haben.

Verpassen Sie es nicht, am besten barfuss, auf eine Düne zu steigen (morgens, wenn der Sand noch kühl ist). Ob es Düne 45 (auf halbem Weg zum Sossusvlei an der Strasse), Big Mamma (hohe Düne am Sossusvlei) oder Big Daddy (die höchste Düne am Dead Vlei) sein soll, hängt von ihrer Fitness, Temperaturempfinden und Zeit ab. Düne 45 oder Big Mama lassen sich auch bei mässiger Fitness und knappem Zeitkonto einschieben (Aufstieg etwa 0,5 Stunden, Abstieg etwa 3 Minuten), Big Daddy ist dann schon eher etwas für die besser Vorbereiteten (Aufstieg etwa 1,5 Stunden, 5 Minuten Abstieg). Ein unbeschreiblicher Ausblick belohnt in jedem Fall.

Übrigens: Der NamibNaukluft Park ist das grösste Naturschutzgebiet in Afrika, und das viert-grösste der Welt!

Es gibt hier viele Lodges, Gästefarmen und Campingplätze. Einige wenige liegen direkt am Parkeingang, von den meisten muss man einen gewissen Anfahrtsweg in Kauf nehmen. Aber nur als Gast der staatlichen Lodge innerhalb des Parks oder auf dem Sesriem Campingplatz, kann man sich vor bzw nach Sonnenuntergang im Park bewegen. Alle anderen müssen dann den Park verlassen.

Sesriem Canyon

Unter Canyon stellen Sie sich einen riesgen Graben vor, und nun stehen Sie an diesem schmalen Spalt, einige Meter breit. Die Wände fallen senkrecht hinunter in die Tiefe. Bis zu sechs Riemen tief, also etwa 30 Meter. Auf Afrikaans bedeutet „ses“ sechs und „riem“ Riemen. Beim Tränken der Ochsen mussten die Siedler hier sechs Riemen aneinanderbinden, um Wasser für die Ochsen heraufzuholen. Daher der Name.

Es ist wahrscheinlich Mittag, wenn Sie hierherkommen, denn der Sesriem Canyon wird meistens im Anschluss an das Sossusvlei besucht. Meist ist es um diese Zeit ziemlich heiss. Und jetzt da hinunter laufen? Vielleicht hilft Ihnen bei der Entscheidung, dass der Sesriem Canyon eine natürliche Klimaanlage hat. Unten in der engen Schlucht gibt es viel Schatten und vielleicht pfeift ein kühlender Wind durch den Kanal. Wenn Sie bis zum Ende wandern, werden Sie vielleicht durch den Anblick von Wasser belohnt, das sich hier in den Kolken viele Monate hält. Auf jeden Fall blicken Sie aber hinauf auf 20 Millionen Jahre Erdgeschichte. Solange hat der Tsauchab nämlich gebraucht, um sich hier in sein eigenes Bett einzugraben.

Süden: NamibRand Nature Reserve

  • Atemberaubende Landschaften aus bewachsenen Dünen, Bergen und Ebenen, grösstes privates Naturschutzgebiet Afrikas, Einsamkeit

NamibRand Nature Reserve Landschaft mit bewachsenen Dünen und Berg
NamibRand Natre

NamibRand Nature Reserve ist ein magischer Ort. Die Landschaft ist abwechslungsreich, aber ihre Magie liegt in ihrer einfachen Schönheit. Leonardo da Vinci sagte „Einfachheit ist die höchste Stufe der Vollendung“. Berge, Dünen, Gräser, Bäume, Himmel. Das sind die Zutaten. Das Resultat ist eine Augenweide und eine Wohltat für die Seele.

Die Berge ruhen in ihrer Ewigkeit. Die sanft rollenden Dünen mit ihren Gräsern beleben die Landschaft. Das Leben ist hier nicht offensichtlich, aber die Wüste wirkt hier nicht feindlich oder tot. Alles hier ist Ruhe und Stille, nur manchmal unterbricht sie leise das schnatterige Bellen der Geckos oder das Summen einer Fliege. Manchmal bewegt sich etwas, ein Oryx, der gelassen seines Weges zieht oder die Gräser streichen im Wind. Bei den meisten braucht es hier nicht lange, bis die Wüste wirkt und man selbst zur Ruhe kommt. Dass es da draussen eine verrückte Welt gibt, ist dann leicht zu vergessen.

Jede Tageszeit hat ihren eigenen Reiz. Besonders morgens und abends, wenn die Sonne tief steht, entwerfen Licht und Schatten immer wieder neue Farben und Muster. Die Nacht ist zum Schlafen eigentlich viel zu schade. Da kein künstliches Licht den Himmel verschmutzt, schauen wir ins All, wie es Menschen vor Jahrtausenden getan haben. Und werden uns bewusst, wie klein und unbedeutend wir sind. NamibRand hat sich den Titel „Dark Sky Reserve“ redlich verdient.

NamibRand liegt abseits der Touristenrouten, etwa 100 km (2 Stunden Fahrt) südlich von Sesriem am Rande des NamibNaukluft Parks. Viele haben nie von diesem Teil Namibia’s gehört. Es bleibt auch nur wenigen vorbehalten, hierherzukommen. NamibRand ist ein privates Naturschutzgebiet so gross wie 200,000 Fussballfelder (200,000 Hektar). Auf dieser Fläche verteilen sich so viele Menschen, wie in einem winzigen Dorf in Deutschland.

Der grösste Luxus hier sind die Einsamkeit und die atemberaubende Natur. Eine Handvoll exklusiver Lodges und Safari Camps mit höchstens 20 Betten bieten stilvolle Unterkunft. Ein altes Farmhaus kann gemietet werden, man ist hier allein und auf sich selbst gestellt. Es gibt einen kleinen Campingplatz. Und ein besonderes Erlebnis ist ein 2-tägiger Wandertrail bei dem Sie nicht nur draussen wandern, sondern auch ihr 3-Gänge Menu geniessen und schlafen (auf einem Feldbett unter dem Sternenhimmel).

Süden: Naukluft Gebirge

  • Wilde Schluchten, kristallklare Pools, einsame Wanderungen, Bergzebras, Köcherbäume

Wandern in den Schluchten der Naukluft
Kleiner Pool im Naukluft Gebirge

Wir lieben die Naukluft. Warum?

Weil sie wild ist. Und voller Überraschungen. Und weil man hervorragend wandern kann.

Die Naukluft ist ein unterschätztes Juwel. Die meisten Besucher, aber auch Einheimischen, wissen nichts über sie. Sie eilen vorbei an den bis zu 2000 Meter aus der Landschaft aufsteigenden Felswänden, um zum Sossusvlei zu gelangen. Das ist auch gut so, denn sie wird nur den begeistern, der rauhen wilden Charme zu schätzen weiss. Und sie soll unberührt und wild bleiben.

Das Massiv ist etwa acht Mal so gross wie der Nationalpark Eifel. Von aussen sieht man nichts von dem Schatz, den die Naukluft verborgen hält. Hier versteckt sich eine unberührte Welt aus tiefen Schluchten, plätschernden Quellen, kargen Plateaus, grünen Hainen aus Feigen- und Ebenholzbäumen, und schroffen Felswänden, auf denen Köcherbäume Spalier stehen. Leoparden, Kudus, Paviane, Bergzebras, Giraffen, viele Vogelarten und sogar Nashörner leben unbemerkt hinter den hohen Mauern aus Fels.

Der Dolomitfels speichert Wasser, das er dann an vielen Stellen als quirlige Quellen und glasklare Pools wieder freigibt. Dieser Fels stammt nicht von hier. Es ist der Grund eines seichten Meeresarmes, der sich vor hunderten Millionen von Jahren etwas weiter nördlich befand. Die Naukluft ist vor etwa 500 Millionen Jahren auf einer Art Salzlage etwa 80 km weit dorthin gerutscht, wo sie heute ist. Kein Witz, sondern Wissenschaft.

Vor über 100 Jahren hat sich hier der Nama Häuptling Hendrik Witbooi verschanzt und die deutsche Schutztruppe konnte ihn nur schwer aufspüren. Seitdem hat sich wenig geändert. Unvorstellbar, dass man es geschafft hat, sich hier mit Pferden vorzuarbeiten. Das Naukluft Massiv ist immer noch wild und unzugänglich. Am besten erforscht man es zu Fuss.

Wandern in der Naukluft

Man sollte wandern in der Naukluft. Denn nur dann kann man sie sich von innen anschauen. Es gibt mehrere markierte, recht anspruchsvolle Wandertrails. Der Olive Trail dauert etwa fünf Stunden, der Waterkloof Trail acht. Und dann gibt es noch den König der mehrtägigen Wandertrails in Afrika: den Naukluft Trail, der 120 km lang das Innere des Naukluft Massivs durchkreuzt. Genau wie bei den anderen Trails muss man nicht nur über Trittsicherheit und gute Kondition verfügen, sondern auch bereit sein, sich ungesichert an langen Ketten Schluchten hinauf- und hinunterzuhangeln. Es ist auf jeden Fall die Mühe wert! Das Leben beginnt schliesslich ausserhalb der eigenen Komfortzone. Unbeschreiblich ist das Glücksgefühl, sich auf die Wildnis eingelassen und ihre Bewährungsproben bestanden zu haben.

Alternativ können Sie auch einfach ein wenig dem Naukluft Rivier und seinen riesigen Feigenbäumen und im Fels eingelassenen Pools folgen und dann umkehren. Ausserhalb des Parks auf privatem Farmland windet sich ein etwas einfacherer Wandertrail die eindrucksvolle Köcherbaumschlucht hinauf, durch die man auch das Naukluft Plateau erreichen kann. Vom Plateau hat man eine spektakuläre Aussicht.

Es gibt auch einen 4×4 Trail. Angelegt wurden die Pisten von den ersten Farmern, die versucht haben, der Naukluft ihren Lebensunterhalt abzuringen. Gut, dass die Naukluft heute wieder den wilden Tieren gehört. Dieser Trail gilt als der schwierigste Off-Road Trail, den man ohne Guide fahren darf. Also nichts für Anfänger. Und ganz ehrlich, für uns gleicht es einem Sakrikleg, den Zugang zur Naukluft motorisiert erzwingen zu wollen.

Warnen müssen wir auf jeden Fall davor, die Naukluft auf die leichte Schulter zu nehmen. Man kann sich hier sehr leicht verirren und die Trails sind anspruchsvoll und nicht ungefährlich.

Es gibt eine Lodge und einen Campingplatz innerhalb des Naukluft Parks und einige Gästefarmen, Lodges und Campingplätze ausserhalb. Welche man auswählt, hängt auch von den eigenen Vorlieben ab und dem, was man tun möchte, um den rauhen Charm der Naukluft zu erleben.

Süden: Südliche Kalahari

  • Zeitlose Abgeschiedenheit, Kameldornbaum-Savannen auf wogenden Kalahari-Dünen, rote Dünen-blauer Himmel, Wildtiere

Gnus im Kalahari Sand unter Kameldornbäumen
Buschleute demonstrieren ihre Kultur in der Kalahari

Die Kalahari hat keine so hohen Dünen wie die Namib. Die Dünen hier sind etwa 10-30 Meter hoch und rollen wie endlose Wellen durch die Landschaft. Auch sonst hat sie keine Superlative.

Die Magie der Kalahari liegt in ihrer Stimmung. Zeitlos abgeschieden stossen Ihre roten Sanddünen an den unendlich weiten Himmel. Gräser, Tierherden und Kameldornbäume nehmen ihr jeden Anschein von Wüste. Zwischen den Dünenkämmen liegen versteckte Täler, in denen Antilopen grasen. Die Farben leuchten zu jeder Tageszeit anders.

Im Morgenlicht wirbeln die Antilopen, Oryxe, Gnus, Elands, Staub auf, der sie mit den ersten Sonnenstrahlen in goldenes Licht taucht.

Am Ende des Tages zaubert die Sonne ein Leuchten um die Umrisse der Tiere. Die Sonne scheint in allen Schattierungen des Rot. Im letzten Licht verläuft die Farbe des Himmels ins Blau und gibt die ersten hellen Sterne und Planeten frei.

Dann legt sich dunkle Nacht über die Kalahari und nachtaktive Tiere übernehmen das Feld. Geckos bellen, vielleicht heulen Hyänen oder Schakale, brüllen Löwen.

Die Kalahari ist keine echte Wüste, sie  erhält wesentlich mehr Regen als die Namib (250-600 mm anstatt von 20-250 mmm). Aber sie hat kaum Quellen oder Oberflächenwasser. Und doch ist sie das Zuhause von zahlreichen und höchst unterschiedlichen Tieren – Insekten, Reptilien, Vögel, Erdhörnchen, grosse Antilopenherden, Giraffen, und Raubtiere, deren Könige Löwen mit schwarzer Mähne sind. Alle müssen sich anpassen und mit wenig Wasser auskommen, auch der Mensch.

Buschleute/ San

Faszinierend ist die Kultur der Buschleute. Sie waren die ersten Menschen hier und sind wohl immer noch die einzigen, die hier dauerhaft ohne technische Hilfsmittel über leben könnten. Berühmt sind die mit ihnen und über sie gedrehten Filme „Die Götter müssen verrückt sein„.

Allerdings können die Buschleute auch hier in der abgelegenen Kalahari nur noch an wenigen Orten so leben, wie sie es über Jahrtausende taten. Heute müssen sie sich nicht mehr an die Härte der Natur, sondern das moderne Leben anpassen. Auf einigen Lodges stellen sie ihre alte Lebensweise den Besuchern vor. Auch wenn man kein Wort ihrer Sprache spricht, wird man ihren mit Gesten und theaterreifen Vorführungen untermalten Erzählungen gut folgen können, und oft herzlich lachen. Buschleute sind geborene Geschichtenerzähler.

Die Magie der Kalahari erschliesst sich nur dem aufmerksamen Beobachter. Je länger man bleibt, desto mehr davon wird sich offenbaren.

Der Kgalagadi Transfrontier Park liegt in Südafrika und Botswana, ist aber durch Grenzposten von Namibia aus erreichbar. Der Kalahari Gemsbock Park liegt tief in Botswana. Doch auch in Namibia lässt sich die südliche Kalahari erleben. Da es hier keine Löwen gibt, kann man wandern. Eines der besten Segelflugzentren liegt in der namibischen Kalahari. Oder man geniesst einfach nur die Magie der rollenden Dünen.

Süden: Lüderitz, Kolmannskuppe, Sperrgebiet

  • Deutsche Kolonialgeschichte, windige Hafenstadt, Kitesurfing, Diamantenstadt Kolmanskuppe, wilde Pferde in der Wüste, Langusten- und Austernfestival, D707

Bunte Häuser im deutschen Kolonialstil in Lüderitz
Sprungbrett in verfallenem Swimmingpool in Kolmannskuppe

Ein Sprungbrett mitten in der Wüste, bunte Art-Nouveau Häuschen mit Fachwerk-Look und eine Kegelbahn mit „Gut Holz“ Tafel, Pferde in der Wüste, Pinguine, Diamanten – und das alles an einer windigen, verlassenen Ecke Afrikas. Namibia ist ein Land der Kontraste, aber in Lüderitz wird es auf die Spitze getrieben.

Lüderitz ist ein schroffer, extremer Ort und war immer Anziehungspunkt für Abenteurer. 1488 stellte der portugiesische Seefahrer Bartolomeu Diaz hier, in der Angra Pequena, der kleinen Bucht, ein Kreuz auf. So unwirtlich war es hier und so tückisch die Küste, dass jahrhundertlang niemand mehr versucht hat, hier an Land zu gehen.

Mitte des 19. Jahrhunderts kamen die Guano Sammler. Und 1882 luchste der deutsche Kaufmann Adolf Lüderitz dem ansässigen Nama-Stamm durch seinen Gesandten Heinrich Vogelsang für einen Apfel und ein Ei ein riesiges Stück wasserlose Wüste ab. 1884 wurde dann aus Südwestafrika, Deutsch-Südwestafrika. 1907 wurden beim Bahnbau  Diamanten gefunden und fortan tobte der Diamantenrausch.

Bald wurde in der Wüste Champagner getrunken, der war ja billiger als Wasser. Zumindest fast genauso teuer. Das Wasser musste per Schiff aus Kapstadt herangeschafft und dann mit Ochsenwagen angekarrt werden. Das Wasser im Schwimmbecken von Kolmannskuppe war aber trotzdem tief genug, um vom Sprungbrett hineinzutauchen.

Wie gewonnen, so zerronnen: 1928 wurden am Oranje Diamanten gefunden, Kolmannskuppe wird bedeutungslos und Lüderitz fällt in einen fortwährenden Dornröschenschlaf.

Es führt nur eine Strasse nach Lüderitz und die muss regelmässig von Sand freigeräumt werden. Der Südwester-Wind treibt die Dünen vor sich her. Und er ist dafür verantwortlich, dass Lüderitz nun wieder Abenteurer anzieht. Lüderitz ist als Mekka der Kite- und Wind-Surfer entdeckt worden. Man peilt Geschwindigkeitsrekorde von über 100 km/h an.

Ist man in Lüderitz angelangt, präsentiert sich ein buntes, charmantes Städtchen mit wildem Flair. Hübsche alte Häuser vermischen sich mit Zweckbauten und Industrie- und Hafenanlagen zu einer eigenwilligen Mischung. Die grellen Farben der Häuser zerreissen die Monotonie der zerzausten Felsküste. Über allem wacht die Felsenkirche.

Auf der Haifisch-Insel (Shark Island) befand sich das erste Konzentrationslager deutscher Geschichte. Nach dem niedergeschlagenen Aufstand wurden tausende Herero und Nama hier gefangengehalten und zur Zwangsarbeit verpflichtet. Ein Grossteil von ihnen kam wegen der schlechten Bedingungen ums Leben. Heute befindet sich hier neben Gedenktafeln ein Campingplatz.

Lüderitz lebt heute zu einem grossen Teil vom Fischfang, auch wenn die Fischgründe heute nicht mehr ganz so ertragreich sind. Langusten konnten einst tonnenweise aus dem Ozean gezogen werden. Ganz so einfach ist es nicht mehr. Trotzdem lockt Lüderitz jedes Jahr im April mit dem Crayfish (Langusten) Festival, das sogar Besucher aus dem fernen Windhoek und Swakopmund anzieht.

Was kann man in Lüderitz unternehmen?

Ausrüstung fürs Stand Up Paddling oder Windsurfen kann man sich in Lüderitz leihen und man kann es sich auch von professionellen Trainern zeigen lassen.

Die fantastisch wilde, windgepeitschte Küste kann man sich auch vom Catamaran aus anschauen. Die Tour führt zum Diaz Point (den man auch über Land erreichen kann) und Halifax Island, wo Sie die grösste Brutkolonie von Brillenpinguinen antreffen können. Sie besuchen Buchten mit Achaten, Höhlen, Robben, eine verlassene Walstation, vielleicht schwimmmen Delfine mit dem Catamaran um die Wette, und am Ende gibt es natürlich Austern.

Diamanten-Geisterstadt Kolmannskuppe

Bei kaum einem Besuch in Lüderitz fehlt Kolmannskuppe: Namibia’s Diamantengeisterstadt, von der man einst behauptete, sie sei die reichste Stadt der Welt. Heute wohnt der Sand in den Villen, der Schule, und dem Krankenhaus, in dem sich einst die erste Röntgenstation südlich des Äquators befand.

Sperrgebiet Nationalpark

Das Sperrgebiet ist seit kurzem entsperrt. Über ein Jahrhundert lang war der Zugang strikt untersagt, weil das Gebiet nach Diamanten durchwühlt wurde. NAMDEB, die namibische Diamantenfirma ist sich nun sicher keines der teuren Steinchen übersehen zu haben. Man kann den Sperrgebiet National Park nun auf einer geführten Tour besuchen. Das Sperrgebiet liegt in der Sukkulentenkaroo und gilt als eines der artenreichsten Gebiete weltweit. Es gibt hier über 1000 Pflanzenarten, das entspricht 25% der in ganz Namibia vorkommenden Arten, und das auf nur 3% der Fläche! Durch die Diamantensuche wurde das Gebiet zwar durchwühlt, aber ansonsten vor Übernutzung geschützt, so dass dort weite Teile noch in völlig natürlichem, ursprünglichem Zustand erhalten sind. Es werden Tagesausflüge aber auch mehrtägige Touren ins Sperrgebiet angeboten.

Sehr interessante Infotafeln über die Geologie, Fauna & Flora, Geschichte, usw des Sperrgebietes finden Sie hier.

Wilde Pferde

Auf dem Weg nach Lüderitz kurz hinter Aus, beim Dicken Wilhelm Berg liegt Garub. Hier überleben seit etwa 100 Jahren die wilden Pferde des Sperrgebiets. Sie sind wohl eine Mischung aus entlaufenen deutschen und südafrikanischen Armeepferden und Zuchtieren der umgebenden Gestüte. Mittlerweile sind sie zu einer eigenen Rasse geworden, und haben sich erstaunlich gut an das Leben in der Wüste angepasst. Trotzdem sind sie ständig bedroht von Hunger und Hyänen. In schlimmen Dürrejahren werden die Pferde von einem Verein mit Heu versorgt.

Lüderitz ist abgelegen, aber kulinarisch und gastgeberisch lässt es sich nicht lumpen. Es gibt es hervorragende Hotels, Gästehäuser, Back-Packer und Selbstversorger-Unterkünfte. Und natürlich isst man hier hervorragend Fisch und andere Meeresfrüchte. Vielleicht verfallen auch Sie dem wilden, lockeren Reiz von Lüderitz.

Aber auch dann müssen Sie wahrscheinlich irgendwann wieder weiter. Fahren Sie auf jeden Fall die Schotterpiste D707. Sie gilt als eine der schönsten Routen in Namibia.

Süden: Fischfluss-Canyon (Fish River Canyon)

  • Zweitgrösster Canyon der Welt, heisse Quellen, Trekking und Wandern

Der Blick hinunter in den Fischfluss Canyon
Grosser Köcherbaum in der Umgebung des Fischfluss Canyons

„In der Konfrontation zwischen dem Bach und dem Fels gewinnt immer
der Bach. Nicht durch seine Kraft, sondern durch seine Beharrlichkeit.“ (Buddha)

Der Fischfluss ist allerdings kein Bach.

Vor 650 Millionen Jahren wären Sie hier auf dem Grund eines Ozeans gestanden. Später dann, verschwand das Meer. Dann fing der Fischfluss an, sich in die Sedimente dieses Meeres einzuschneiden. Der Fischfluss, oder Fish River, entspringt im Naukluft Massif und entwässert in laufe seiner 650 km das ganze südliche Namibia. Um sich in die Gesteine, die unter den Meeressedimenten liegen, einzugraben, musste der Fluss auch mit Kraft vorgehen. Denn unter den Sedimenten liegen härtere, ältere Gesteinsschichten. Insgesamt hat sich der Fischfluss fast 550 m tief eingegraben. Und so kann man heute in den Tiefen seiner Schluchten auf mehr als eine Millarde Jahre der Geschichte unserer Erde hinaufschauen. Geologie zum anfassen.

Allerdings kann man nicht immer dort hinunter. Für Tagesbesucher ist es verboten vom Aussichtspunkt bei Hobas in die Tiefen hinunterzusteigen. Es ist zu gefährlich. Vor allem in den Sommermonaten herrschen dort unten Temperaturen von 50 Grad und vielleicht sogar mehr.

Wandertrails und Naturfahrten am Fischflusss Canyon

Durch den Abschnitt von Hobas bis Ai-Ais führt einer der bekanntesten und beliebtesten Wandertrails Afrikas: Der Fish River Canyon Hiking Trail. 5 Tage/ 90 km führt er durch den Canyon. Die Wandergenehmigung muss im Voraus eingeholt und bezahlt werden. Der Trail ist oft lange im Voraus ausgebucht (für manche Termine über ein Jahr!). Nur zwischen 15. Mai und 15. September dürfen maximal 30 Wanderer pro Tag in den Canyon. Man muss mindestens zu dritt sein (damit im Notfall jemand Hilfe holen kann) und ein Gesundheitszeugnis vorlegen. Alles was während des Trails benötigt wird, muss im Rucksack mitgetragen werden. Wasser wird aus dem Fluss, beziehungsweise den Pools getrunken, die während der Trockenzeit übrig bleiben. Man muss sich bewusst sein, dass der nächste Arzt 300 km entfernt ist. Auch das nächste Handysignal kann einen Tagesmarsch oder mehr entfernt sein. Rettungsaktionen (per Hubschrauber) können sehr sehr teuer werden. Dieser Trail ist ein einmaliges Wildnisabenteuer.

Umliegende Lodges und Gästefarmen bieten einfachere Trails an, bei denen auch das Gepäck transportiert werden kann. Man sollte nur wissen, dass dies dann nicht dieselbe Route ist, sondern in einem anderen Teil des Canyons gewandert wird.

Auch Tageswanderungen oder mehrstündige Wanderungen sind möglich, geführt oder auf eigene Faust.

Die Lodges führen auch geführte Ausflüge in und an den Canyon mit dem Geländewagen durch.

Um den Fischfluss Canyon herum gibt es eine Vielzahl hervorragander Unterkünfte und Campingplätze.

Ai-Ais/ Richtersveld Transfrontier Nationalpark

Der untere Teil des Canyons, vom Aussichtspunkt bei Hobas bis Ai-Ais liegt im Ai-Ais/ Richtersveld Transfrontier Park. Südafrika und Namibia haben hier ihre Nationalparks grenzübergreifend zusammengeschlossen, so dass Besucher mit 4×4 Geländefahrzeugen mit der Fähre bei Sendelingsdrift ohne grossen Umweg durch die beiden Parks fahren können.

Ein Pool bei 40 Grad Aussentemperatur ist etwas sehr verlockendes. Aber Vorsicht bevor Sie hineinspringen: Die Quelle in Ai-Ais siedet bis zu 60 Grad heiss aus den Tiefen der Erde und die Temperatur des Pools ist heisser als die Aussentemperatur. Zum Abkühlen ist das eher ungeeignet. Allerdings kann es hier im Winter eise-eisekalt werden. Wie herrlich ist dann so ein Thermalbecken! Ai-Ais bedeutet in der Sprache des Nama-Volkes in etwa so viel wie „siedend heiss“. Entlang des Fischfluss Canyons gibt es einige dieser schwefelhaltigen heissen Quellen.

Süden: Spielplatz der Giganten, Köcherbaumwald, Mesosaurus

  • Köcherbäume, Basalthaufen, 270 Millionen Jahre alte Fossilien

Köcherbaumwald bei Sonnenuntergang
Grosser Köcherbaum in der Umgebung des Fischfluss Canyons

Spielplatz der Giganten (Giant’s Playground) & Köcherbaumwälder

Nur hier, östlich von Keetmanshoop, wachsen die Köcherbäume in „Wäldern“. Warum, wissen wir nicht.

Die Köcherbäume wachsen hier inmitten riesiger Basalthaufen, mit denen Giganten zu Urzeiten gespielt zu haben scheinen. Die Basaltbrocken sehen wild durcheinandergeworfen aus. Einige sind gestapelt, andere balanzieren auf bizarre Art und Weise aufeinander. Dazwischen haben sich vor etwa 2-300 Jahren die Köcherbäume angesiedelt. Sonst eher Einzelgänger, haben sie hier die unmittelbare Nachbarschaft hunderter anderer Köcherbäume aufgesucht.

Köcherbäume sind eigentlich keine Bäume, sondern Aloen (Aloe dichotoma), und damit Sukkulenten. In ihren faserigen Stämmen und Ästen können sie besonders gut Wasser speichern. Daher kommt auch ihr Name: da die Äste leicht auszuhölen sind, verwendeten sie die Buschleute als Köcher für ihre Pfeile. Hier in der Gegend werden sie bis zu 6 Meter hoch.

Zu recht gehören die Köcherbaumwälder und der Spielplatz der Giganten zu den meist fotografierten Plätzen in Namibia.

Mesosaurus Fossilien

„Ich bin auch ein Fossil, aber nicht das älteste hier“. Der Farmer, Herr Steenkamp, weiss wie man 270 Millionen Jahre alte Knochen zum Leben erweckt. Auf seiner Farm wurden die ältesten Fossilien des südlichen Afrikas gefunden. Es ist heute schwer vorzustellen, dass die Farm sich auf dem Grund eines uralten flachen Meeres befindet. In dessen Sedimenten wurden die Mesosauria, bis zu einen Meter grosse Echsen, versteinert. Eine etwa 2-stündige, unterhaltsame Tour führt Sie hier in die Vergangenheit des Lebens.

Es gibt Quellen der Freude, die nie versiegen: die Schönheit der Natur, der Tiere, der Menschen, die nie aufhört. ―Leo Tolstoi

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